Wechselrichter speist nicht ein: Die häufigsten Gründe
Kurz gesagt
Speist der Wechselrichter bei Sonne nicht ein, ist oft eine ausgelöste Sicherung, ein ausgeschalteter DC-Schalter oder eine Netzstörung schuld. Zeigt das Gerät einen Fehlercode, verrät der die Ursache; häufig sind Isolationsfehler und Netzüberspannung. Ist das Display ganz dunkel, fehlt entweder die Spannung von den Modulen oder das Gerät ist defekt.
Die Sonne scheint, aber im Portal steht null Watt. Das ist ärgerlich, weil jeder sonnige Tag ohne Einspeisung bares Geld kostet. Die gute Nachricht: Die Ursache ist häufig banal und in wenigen Minuten gefunden. Diese Checkliste führt dich vom Einfachen zum Schwierigen.
Schritt 1: Was zeigt der Wechselrichter an?
Geh zum Gerät und schau genau hin. Der Zustand verrät schon viel.
- Display an, Fehlercode sichtbar: Der Code ist der wichtigste Hinweis. Notiere ihn und such ihn in der Anleitung oder auf dieser Seite.
- Display an, Status „Warten“, „Standby“ oder „Netzprüfung“: Der Wechselrichter will einspeisen, prüft aber gerade das Netz oder hat zu wenig Spannung von den Modulen. Am frühen Morgen, am Abend und bei starker Bewölkung ist das normal.
- Display dunkel, keine LED: Entweder kommt von den Modulen keine Spannung an oder das Gerät ist defekt. Bei Dunkelheit ist das normal.
- LED leuchtet rot: Das Gerät hat einen Fehler festgestellt. Details stehen im Display, in der App oder im Portal.
Schritt 2: Sicherungen und Schalter prüfen
Die häufigste Ursache ist keine Störung, sondern ein Schalter.
- Leitungsschutzschalter im Zählerschrank. Der Wechselrichter hat eine eigene Sicherung. Ist sie ausgelöst, hat er kein Netz und speist nicht ein. Schalte sie einmal wieder ein. Löst sie sofort wieder aus, nicht weiter probieren, sondern den Installateur rufen.
- FI-Schutzschalter. Ist der Fehlerstromschutzschalter ausgelöst, der den Wechselrichter absichert? Auch er kann nach einem Gewitter fallen.
- DC-Freischalter am Wechselrichter. Steht er auf ON beziehungsweise I? Nach Arbeiten an der Anlage oder am Dach wird er gern vergessen.
- Schalter am Speicher. Bei Hybridwechselrichtern muss oft auch der Speicher eingeschaltet sein, damit das System hochfährt.
- Stromausfall im Ort? Ohne Netz darf kein Wechselrichter einspeisen. Das ist Vorschrift, damit bei Reparaturen am Netz niemand gefährdet wird. Nur Anlagen mit Ersatzstromfunktion versorgen das Haus dann weiter.
Schritt 3: Die häufigsten Fehlercodes
Zeigt der Wechselrichter einen Code, gehört er meist zu einer dieser Gruppen:
- Netzfehler: Netzüberspannung, Netzfrequenz oder Netzausfall. Der Wechselrichter wartet, bis das Netz wieder stimmt, und schaltet selbst zu. Häufen sich solche Meldungen mittags, lies den Ratgeber zur Netzüberspannung.
- Isolationsfehler: Der Widerstand der Module gegen Erde ist zu gering. Der Wechselrichter bleibt dann vom Netz. Oft ist Feuchtigkeit schuld und der Fehler verschwindet mittags. Mehr im Ratgeber zum Isolationsfehler.
- Lichtbogenfehler: Das Gerät hat einen Lichtbogen auf der DC-Seite erkannt und sich gesperrt. Nicht einfach neu starten, sondern Lichtbogenfehler lesen.
- Übertemperatur: Das Gerät ist zu heiß geworden und hat abgeschaltet oder die Leistung gedrosselt. Siehe Wechselrichter wird heiß.
- Interne Fehler: Relaisfehler, Selbsttest fehlgeschlagen, interne Kommunikation gestört. Ein einmaliger Neustart kann helfen, bleibt der Code, ist das Gerät ein Fall für den Service.
Schritt 4: Dunkles Display bei Sonne
Viele Wechselrichter werden nur aus den Modulen versorgt. Kommt von dort keine Spannung an, bleibt das Display dunkel. Mögliche Gründe:
- DC-Schalter aus oder defekt
- gezogener oder abgebrannter Stecker in der Zuleitung vom Dach
- durchgebrannte Strangsicherung in einem Generatoranschlusskasten, bei größeren Anlagen
- Schnee oder dichte Verschattung auf allen Modulen
- defektes Netzteil im Wechselrichter
Ob Spannung ankommt, kann der Installateur mit einem Messgerät am DC-Eingang prüfen. Das solltest du nicht selbst machen: Auf der DC-Seite liegen mehrere hundert Volt an.
Schritt 5: Einmal neu starten
Hast du Schalter und Sicherungen geprüft und der Wechselrichter zeigt keinen gefährlichen Fehler, kannst du ihn einmal neu starten. Wie das in der richtigen Reihenfolge geht, steht im Ratgeber zum Wechselrichter-Reset. Kommt derselbe Fehler danach wieder, hilft ein zweiter Versuch nicht.
Speist ein, aber zu wenig?
Manchmal ist die Anlage nicht aus, sondern liefert nur wenig. Das kann an Verschattung, verschmutzten Modulen, einem ausgefallenen String oder an einer Leistungsbegrenzung liegen, etwa durch Übertemperatur oder eine Vorgabe des Netzbetreibers. Vergleiche die Leistung mit einem ähnlich sonnigen Tag im Portal. Fehlt ungefähr die Hälfte, ist oft ein ganzer String ausgefallen.
Wann der Installateur ran muss
- Der Fehler bleibt nach einem Neustart bestehen.
- Eine Sicherung löst immer wieder aus.
- Das Display bleibt bei voller Sonne dunkel, obwohl alle Schalter an sind.
- Es riecht verbrannt, das Gehäuse ist ungewöhnlich heiß oder es gibt sichtbare Schäden.
Gib dem Installateur den Fehlercode, ein Foto vom Typenschild und eine kurze Beschreibung, seit wann die Anlage nicht mehr einspeist. Ein Blick ins Ereignisprotokoll zeigt oft, welcher Fehler zuerst kam.
Kurz zusammengefasst
Speist der Wechselrichter nicht ein, prüfe zuerst Display, Sicherungen und DC-Schalter. Ein Fehlercode verrät meist die Ursache: Netzfehler erledigen sich oft selbst, Isolations- und Lichtbogenfehler brauchen einen Fachbetrieb. Starte einmal neu, wenn nichts dagegen spricht. Bleibt der Fehler, ruf den Installateur, denn jeder sonnige Tag ohne Einspeisung kostet Ertrag.
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Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.