GoodWe ET / ET Plus+ / BT hybrid 5-10kW Fehler Abnormal Ground: Erdung fehlerhaft

Kurzantwort

Abnormal Ground bedeutet beim GoodWe ET / ET Plus+, dass der Wechselrichter keine ordnungsgemäße Schutzerdung erkennt und deshalb nicht einspeist. Meist ist das PE-Kabel des Geräts nicht richtig angeschlossen, seltener sind L und N vertauscht, wenn der PV-Ausgang geerdet ist. Da es um die Schutzerde geht, gehört die Prüfung in die Hand einer Elektrofachkraft.

Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Keine Stecker, Kabel oder DC-Leitungen anfassen und einen Elektrofachbetrieb rufen. Bei Brandgeruch, Rauch oder Schmorspuren: PV-Anlage sicher abschalten: Schritt für Schritt im Notfall.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • PE-Leiter des Wechselrichters nicht oder schlecht angeschlossen (häufig)
  • L und N am AC-Anschluss vertauscht (gelegentlich)
  • Unterbrechung der Erdung im Hausnetz (selten)

Jeder Wechselrichter braucht eine sichere Verbindung zur Schutzerde, kurz PE. Der ET / ET Plus+ prüft vor dem Zuschalten, ob diese Verbindung vorhanden und plausibel ist. Fällt die Prüfung durch, bleibt er vom Netz getrennt und meldet „Abnormal Ground“. GoodWe nennt dafür im Handbuch zwei Ursachen: ein schlecht angeschlossenes PE-Kabel und vertauschte L- und N-Leiter bei geerdetem PV-Ausgang.

Wichtig: Hier geht es nicht um Ertrag, sondern um Personenschutz. Ohne funktionierende Erdung kann das Gehäuse im Fehlerfall Spannung führen.

  • PE-Kabel nicht richtig angeschlossen (häufig): Der Schutzleiter ist in der AC-Klemme nicht fest, wurde vergessen oder die zusätzliche Gehäuseerdung fehlt. Typisches Zeichen: Der Fehler steht direkt nach der Installation oder nach Arbeiten am Anschluss an.
  • L und N vertauscht (gelegentlich): Bei Anlagen, deren PV-Strang einseitig geerdet ist, kommt es auf die richtige Lage von Außen- und Neutralleiter an. Sind die beiden vertauscht, schlägt die Prüfung an. Das betrifft eher Sonderfälle und passiert vor allem bei der Erstinstallation.
  • Erdung im Haus unterbrochen (selten): Eine lose PE-Schiene im Verteiler, eine korrodierte Potentialausgleichsklemme oder ein Fehler im Hausanschluss können ebenfalls dahinterstecken. Dann sind oft auch andere Geräte betroffen, was aber im Alltag unbemerkt bleibt.

Der Code ist nicht dasselbe wie ein Isolationsfehler. Abnormal Ground oder Low Insulation Res.? Bei „Low Insulation Res.“ fließt zu viel Strom vom PV-Strang zur Erde. Bei „Abnormal Ground“ fehlt die Erdverbindung des Geräts selbst oder sie ist falsch aufgebaut.

Was du selbst prüfen kannst

Viel kannst du hier nicht tun, denn alle möglichen Ursachen liegen in der Verdrahtung. Ein paar Dinge helfen trotzdem.

  1. Gerät nicht anfassen. Solange die Erdung nicht geprüft ist, das Gehäuse möglichst nicht berühren und keine Kinder in die Nähe lassen.
  2. Zeitpunkt einordnen. Kam der Fehler direkt nach der Inbetriebnahme, nach einem Umbau im Zählerschrank oder nach einem Gewitter? Das verrät dem Elektriker, wo er zuerst suchen muss.
  3. Andere Auffälligkeiten melden. Hat der FI-Schalter im Haus in letzter Zeit ausgelöst, kribbelt es an Metallteilen oder zeigen andere Geräte Fehler? Solche Hinweise sprechen für ein Problem im Hausnetz.
  4. Anlage abschalten. Schalte den AC-Leitungsschutzschalter des Wechselrichters und den DC-Schalter am Gerät aus, bis der Fachmann da war.
  5. Code dokumentieren. Foto vom Display oder Screenshot aus der SolarGo-App, dazu Seriennummer und Datum.

Nicht selbst nachklemmen. Am AC-Anschluss liegt Netzspannung an und auf der DC-Seite die Spannung der Module. Arbeiten am Schutzleiter sind ausschließlich Sache einer Elektrofachkraft.

Wann der Fachmann ran muss

Bei „Abnormal Ground“ immer. Die Maßnahmen, die GoodWe vorschlägt – PE-Anschluss prüfen und bei geerdetem PV-Ausgang L und N kontrollieren – setzen Messgeräte und Fachkenntnis voraus.

Der Elektriker schaltet die Anlage frei, prüft den Schutzleiter vom Wechselrichter bis zur Potentialausgleichsschiene und misst den Durchgang. Er kontrolliert auch, ob die AC-Leitung richtig aufgelegt ist. In vielen Fällen ist die Ursache in wenigen Minuten gefunden: eine Klemme, die nicht angezogen war, oder ein vergessener Leiter.

Bei einer neuen Anlage ist das ein klarer Nachbesserungsfall für den Installateur, der normalerweise nichts extra kostet. Bei älteren Anlagen lohnt es sich, bei der Gelegenheit den gesamten Potentialausgleich und die Erdung des Modulgestells mitprüfen zu lassen.

Werden L und N als Ursache gefunden, korrigiert der Elektriker die Belegung am AC-Anschluss oder im Verteiler. Das betrifft nicht nur den Wechselrichter: Eine Vertauschung kann auch Steckdosen oder andere Stromkreise im Haus betreffen, wenn sie an einer zentralen Stelle passiert ist. Deshalb ist es sinnvoll, dass er gleich die angrenzenden Kreise mitmisst. Bei Hybridanlagen mit Backup-Ausgang prüft er außerdem, ob der Notstromzweig korrekt geerdet und verdrahtet ist, denn dort gelten eigene Anschlussregeln. Ein kurzes Prüfprotokoll nach der Reparatur ist üblich und für deine Unterlagen nützlich.

Erst die Ursache, dann der Neustart. Nach der Reparatur schaltet der Techniker erst AC, dann DC wieder zu und kontrolliert, ob der Wechselrichter die Prüfung besteht und einspeist.

Wie dringend? Da der Schutz gegen elektrischen Schlag betroffen ist: zeitnah. Bis dahin bleibt die Anlage aus. Du verlierst ein paar Tage Ertrag, aber keine Sicherheit.

Typische Reparatur
Prüfung von Schutzleiter und AC-Anschluss, Nachklemmen bzw. Korrektur
Richtwert190–280 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 1–2 Std. × 90 €90–180 €
Teile/Material · Pauschale50 €
Summe190–280 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos

FAQ

Warum ist die Ampel bei Abnormal Ground rot?

Die Schutzerde sorgt dafür, dass bei einem Fehler kein berührbares Metallteil unter Spannung steht. Fehlt sie, ist dieser Schutz nicht gegeben. Deshalb verweigert der Wechselrichter die Einspeisung, und du solltest das Gehäuse nicht unnötig anfassen.

Tritt der Fehler nur bei neuen Anlagen auf?

Meistens, weil dann ein Anschlussfehler vorliegt. Er kann aber auch später kommen, etwa wenn sich eine Klemme gelockert hat oder nach Umbauten im Zählerschrank ein Leiter nicht wieder angeschlossen wurde.

Was hat die Vertauschung von L und N damit zu tun?

GoodWe nennt diesen Fall ausdrücklich für Anlagen, bei denen ein Pol des PV-Strangs geerdet ist. Dann erwartet das Gerät eine bestimmte Lage von Außenleiter und Neutralleiter. Sind sie vertauscht, erkennt es die Erdung als fehlerhaft.

Hilft ein Neustart?

Kaum. Eine fehlende oder falsche Verdrahtung verschwindet nicht durch Aus- und Einschalten. Ein Neustart ist nur sinnvoll, nachdem der Elektriker den Anschluss korrigiert hat.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

Hilfreich? Seite teilen: