DC-Freischalter: Funktion, Bedienung und typische Fehler
Kurz gesagt
Der DC-Freischalter oder DC-Lasttrennschalter trennt die Solarmodule vom Wechselrichter. Er macht den Wechselrichter spannungsfrei, nicht aber die Kabel zum Dach: Die Module liefern bei Licht weiter Spannung. Bedient wird er nach dem AC-Schutzschalter, und er muss laut Herstellern immer frei zugänglich sein.
Fast jeder Wechselrichter hat an der Unterseite oder Seite einen großen Drehschalter mit den Stellungen „0“ und „I“. Das ist der DC-Freischalter, in den Anleitungen meist DC-Lasttrennschalter oder DC-Trenner genannt. Viele Betreiber haben ihn nie benutzt und wissen nicht genau, was er eigentlich trennt. Hier erfährst du, wozu er da ist und worauf du achten solltest.
Was der DC-Freischalter macht
Solarmodule erzeugen Gleichstrom (DC), sobald Licht auf sie fällt. Einen Ausschalter haben sie nicht. Der DC-Freischalter unterbricht die Verbindung zwischen den Modulsträngen, den Strings, und dem Wechselrichter. Er ist so gebaut, dass er auch unter Last schalten kann, ohne dass ein stehender Lichtbogen entsteht. Das unterscheidet ihn von einem gewöhnlichen Schalter, denn Gleichstrom hat keinen Nulldurchgang und ein Lichtbogen erlischt nicht von selbst.
Wichtig ist, was er nicht leistet: Die Leitungen vom Schalter bis zum Dach und die Module selbst bleiben unter Spannung, solange es hell ist. Der Schalter macht nur den Bereich dahinter frei, also den Wechselrichter.
Wo er sitzt
- Im Wechselrichter integriert: Bei den meisten aktuellen Stringwechselrichtern, etwa SMA Sunny Boy oder Fronius Symo GEN24, ist der Schalter Teil des Geräts.
- Separat neben dem Wechselrichter: Bei älteren Anlagen, großen Anlagen oder wenn der Wechselrichter weit von den Modulen entfernt ist, sitzt ein eigener Schalter in einem Kunststoffgehäuse daneben oder im Generatoranschlusskasten.
- Fernauslösbar: Manche Anlagen haben zusätzlich einen DC-Trenner direkt hinter dem Dacheintritt, der sich per Knopf oder bei Stromausfall automatisch auslöst. Das ist in Deutschland nicht generell vorgeschrieben, wird aber von manchen Versicherungen oder Feuerwehren gern gesehen.
SMA schreibt in der Anleitung des Sunny Boy: Der DC-Lasttrennschalter muss immer frei zugänglich sein. Stell also keine Regale oder Kisten davor.
So bedienst du ihn richtig
Die Hersteller geben eine klare Reihenfolge vor: Zum Ausschalten erst den AC-Leitungsschutzschalter im Zählerschrank, dann den DC-Schalter auf „0“. Zum Einschalten umgekehrt, erst DC auf „I“, dann AC ein. So schaltet der DC-Schalter fast ohne Last und verschleißt weniger. Die Details findest du im Ratgeber Wechselrichter richtig neu starten.
Den Schalter drehst du zügig und vollständig bis zum Anschlag. Ein halb gedrehter Schalter ist ein Problem, weil die Kontakte dann unter Umständen nicht sauber öffnen oder schließen. In einigen Ländern muss der Schalter zusätzlich mit einem Vorhängeschloss gegen Wiedereinschalten gesichert werden, wenn jemand am Gerät arbeitet. Viele Schalter haben dafür eine Öse.
Typische Fehler und Probleme
Schalter versehentlich aus. Klingt banal, kommt aber vor: Nach Arbeiten am Haus oder vom neugierigen Besuch steht der Schalter auf „0“. Der Wechselrichter meldet dann meist keine oder zu geringe PV-Spannung, das Display bleibt tagsüber dunkel oder das Gerät steht im Standby. Hilfe gibt es auch im Ratgeber Wechselrichter speist nicht ein.
Schalter schwergängig. Ein Schalter, der jahrelang nie bewegt wurde, kann schwer gehen. Nicht mit Werkzeug nachhelfen. Ein schwergängiger oder hakender Schalter gehört geprüft.
Verbrennungsspuren oder Geruch. Braune Verfärbungen am Gehäuse, geschmolzener Kunststoff oder Brandgeruch sind ein ernstes Warnsignal. Ursache sind oft lose Klemmen oder eingedrungene Feuchtigkeit bei separaten Schaltern. Dann den Schalter nicht mehr betätigen, nur die AC-Seite im Zählerschrank abschalten und sofort den Fachbetrieb rufen.
Feuchtigkeit im separaten Gehäuse. Außen montierte Schaltergehäuse können durch undichte Kabelverschraubungen oder UV-geschädigten Kunststoff Wasser ziehen. Die Folge sind Isolationsfehler, die oft nur bei Regen auftreten. Mehr dazu im Ratgeber Isolationsfehler bei Regen oder Tau.
Schalter defekt. Ein Schalter, der zwar gedreht wird, aber intern nicht mehr trennt oder nicht mehr durchschaltet, ist selten, aber möglich. Anzeichen sind fehlende Stringspannung trotz Stellung „I“ oder Spannung am Wechselrichter trotz Stellung „0“. Das kann nur eine Fachkraft mit Messgerät feststellen.
Was du selbst tun darfst
Den Schalter bedienen darfst du als Betreiber, dafür ist er da. Auch eine Sichtkontrolle von außen ist unbedenklich. Alles darüber hinaus ist Arbeit für eine Elektrofachkraft: Gehäuse öffnen, Klemmen nachziehen, den Schalter tauschen oder Spannungen messen. Auf der DC-Seite liegen mehrere hundert Volt Gleichspannung an, die sich bei Tageslicht nicht abschalten lassen.
Kurz zusammengefasst
Der DC-Freischalter trennt die Module vom Wechselrichter, aber nicht das Dach vom Strom. Bediene ihn nach dem AC-Schutzschalter, dreh ihn vollständig und halte ihn frei zugänglich. Verfärbungen, Geruch oder ein hakender Schalter sind ein Fall für den Fachbetrieb.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.