KACO new energy KACO Powador 3200/4200/4400/5300/5500/6600 Fehler 31: Fehler AFI-/RCD-Modul

Kurzantwort

Status 31 bedeutet beim KACO Powador 3200–6600, dass die eingebaute Fehlerstrom-Überwachung (AFI/RCD) selbst gestört ist. Ohne diese Schutzfunktion darf der Wechselrichter nicht einspeisen und bleibt vom Netz getrennt. Ein einzelner Neustart ist in Ordnung – bleibt der Fehler, muss der Service das Gerät prüfen.

Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Keine Stecker, Kabel oder DC-Leitungen anfassen und einen Elektrofachbetrieb rufen. Bei Brandgeruch, Rauch oder Schmorspuren: PV-Anlage sicher abschalten: Schritt für Schritt im Notfall.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Defekt des AFI-/RCD-Moduls im Wechselrichter (häufig)
  • Fehlgeschlagener Selbsttest der Überwachung beim Start (gelegentlich)
  • Folgeschaden durch Überspannung (selten)

Der Powador 3200–6600 ist ein trafoloser Wechselrichter. Deshalb hat er eine eigene Fehlerstrom-Überwachung eingebaut, die ständig misst, ob Strom über einen ungewollten Weg zur Erde fließt. KACO nennt sie AFI- oder RCD-Modul. Bevor das Gerät einspeist und auch im Betrieb prüft es, ob diese Überwachung selbst funktioniert. Ist das nicht der Fall, zeigt es Status 31 und schaltet nicht zu.

Wichtig: Status 31 sagt nichts über deine Module oder Leitungen aus. Er bedeutet, dass der Wächter selbst ausgefallen ist. Ohne ihn darf der Powador nicht ans Netz.

  • Defektes Modul (häufig): Die Überwachung besteht aus einem Stromsensor und einer Auswerteelektronik. Beide können mit den Jahren ausfallen, etwa durch Alterung von Bauteilen oder durch Temperaturwechsel. Typisches Zeichen: Status 31 steht dauerhaft an und ändert sich auch nach einem Neustart nicht.
  • Fehlgeschlagener Selbsttest (gelegentlich): Das Gerät testet seine Schutzfunktionen vor dem Zuschalten. Ein Messwert, der knapp daneben liegt, kann den Test einmal scheitern lassen. Typisches Zeichen: Der Code taucht vereinzelt morgens auf, danach läuft alles normal.
  • Überspannungsschaden (selten): Ein Blitzeinschlag in der Nähe oder eine Spannungsspitze aus dem Netz kann die empfindliche Messelektronik beschädigen. Dann tritt Status 31 plötzlich auf, oft direkt nach einem Unwetter.

Warum ist diese Überwachung so streng? Bei einem trafolosen Gerät sind Module und Hausnetz elektrisch nicht getrennt. Ein Isolationsfehler auf dem Dach könnte sonst unbemerkt Strom in Metallteile oder in die Erde schicken. Die interne Überwachung bemerkt das in Sekundenbruchteilen. Fällt sie aus, fehlt dieses Sicherheitsnetz, und der Powador geht lieber gar nicht erst ans Netz.

31 oder 18? Diese Unterscheidung ist wichtig. Status 18 heißt: Die Überwachung funktioniert und hat einen echten Fehlerstrom gefunden. Dann wird auf der PV-Seite gesucht. Status 31 heißt: Die Überwachung selbst ist gestört. Dann wird am Gerät gesucht. Kommt dagegen Status 32, ist ein anderer Teil des Selbsttests fehlgeschlagen.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Einmal neu starten. AC-Leitungsschutzschalter des Wechselrichters ausschalten, DC-Trennschalter am Powador auf Aus, einige Minuten warten, dann DC und danach AC wieder einschalten. Nur einmal. Das zeigt, ob der Fehler dauerhaft ist.
  2. Den Start beobachten. Schaltet der Powador nach dem Neustart zu und speist ein? Oder springt er wieder auf Status 31? Beides mit Uhrzeit aufschreiben.
  3. Zählerschrank ansehen. Hat der FI-Schutzschalter im Zählerschrank ausgelöst? Das wäre ein Hinweis, dass zusätzlich ein echter Fehlerstrom im Spiel ist.
  4. An Unwetter und Stromausfälle denken. Gab es kürzlich Gewitter, Netzausfall oder Arbeiten an der Hausinstallation? Notieren, auch wenn es unwichtig scheint.
  5. Daten sammeln. Display fotografieren, Seriennummer vom Typenschild notieren, Alter des Geräts heraussuchen. Mit diesen Angaben kann der Service gezielt planen.

Nicht selbst öffnen. Die Fehlerstrom-Überwachung sitzt auf der Elektronik im Gerät. Auch bei ausgeschaltetem AC-Schalter führen die DC-Leitungen gefährliche Spannung, solange Licht auf die Module fällt.

Wann der Fachmann ran muss

Bleibt Status 31 nach dem Neustart stehen oder kommt er wiederholt zurück, ist ein Defekt der Überwachung sehr wahrscheinlich. Da es sich um eine Sicherheitsfunktion handelt, gibt es hier keinen Umweg: Installateur oder KACO-Service müssen das Gerät prüfen.

Der Techniker liest den Fehlerspeicher aus und kontrolliert, ob die Überwachung plausible Werte liefert. Oft läuft es auf den Tausch der betroffenen Baugruppe oder des ganzen Wechselrichters hinaus. Bei Geräten dieser Generation ist die Frage berechtigt, ob sich eine Reparatur noch lohnt oder ob ein neues, effizienteres Gerät die bessere Wahl ist. Ein seriöser Betrieb nennt dir beide Wege mit Kosten.

Kommt ein neuer Wechselrichter in Frage, klärt der Fachbetrieb auch, ob er zu deinen vorhandenen Strings und zum Netzanschluss passt. Manchmal sind dabei kleine Anpassungen an der Verkabelung nötig, die in das Angebot gehören.

Garantie zuerst klären. Innerhalb der Garantie übernimmt KACO in der Regel den Austausch. Liegt ein Blitzschaden vor, kann die Gebäude- oder Hausratversicherung einspringen.

Wie dringend? Solange Status 31 ansteht, speist der Powador nicht ein. Gefährlich ist das nicht, weil das Gerät sich getrennt hält. Aber jeder sonnige Tag kostet dich Ertrag. Daher zeitnah den Service rufen, ohne Panik. Bis dahin musst du nichts weiter tun.

Typische Reparatur
Diagnose, Reparatur oder Tausch des Wechselrichters
Richtwert290–1.130 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 1–2 Std. × 90 €90–180 €
Fehlerstrom-Baugruppe oder Austauschgerät (je nach Befund)150–900 €
Summe290–1.130 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Status 31 und 18?

Bei Status 18 hat die Fehlerstrom-Überwachung einen echten Fehlerstrom erkannt – das Problem liegt meist bei Modulen oder Leitungen. Bei Status 31 ist die Überwachung selbst gestört. Das Problem liegt also im Gerät.

Kann ich den Powador ohne AFI-Modul betreiben?

Nein. Die Fehlerstrom-Überwachung ist bei trafolosen Wechselrichtern eine Pflichtfunktion. Deshalb verweigert der Powador die Einspeisung, solange sie gestört ist. Das lässt sich auch nicht abschalten.

Ersetzt der FI-Schalter im Zählerschrank die Funktion?

Nicht als Ersatz für die interne Überwachung. Der FI im Zählerschrank schützt den Stromkreis, die Überwachung im Powador ist Teil der Gerätesicherheit. Beide gehören zusammen.

Muss der Wechselrichter getauscht werden?

Nicht zwingend. Je nach Befund lässt sich die Baugruppe tauschen. Bei älteren Geräten ist ein Austausch des ganzen Wechselrichters aber häufig die wirtschaftlichere Lösung.

Kann ein Gewitter Status 31 auslösen?

Ja, Überspannung durch Blitzeinwirkung kann empfindliche Messelektronik beschädigen. Tritt der Code direkt nach einem Unwetter erstmals auf, sag das dem Service – und prüfe, ob deine Versicherung Überspannungsschäden abdeckt.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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