Kostal PIKO 10-20 Fehler 3022: Überspannung am PV-Generator

Kurzantwort

3022 bedeutet beim Kostal PIKO 10-20, dass der PV-Generator eine höhere Spannung liefert, als der DC-Eingang verträgt. Meist passt die Stringauslegung nicht, häufig nach einer Erweiterung oder einem Modultausch. Kostal fordert eine Kontrolle von Generatorinstallation und -auslegung durch den Fachbetrieb.

Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Keine Stecker, Kabel oder DC-Leitungen anfassen und einen Elektrofachbetrieb rufen. Bei Brandgeruch, Rauch oder Schmorspuren: PV-Anlage sicher abschalten: Schritt für Schritt im Notfall.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Erweiterung oder Modultausch ohne neue Auslegung (häufig)
  • Knapp geplante Strings bei Frost und Sonne (gelegentlich)
  • Falsch verschaltete Strings (selten)

Mit 3022 meldet der PIKO 10-20 eine „Überspannung am PV-Generator“. Am DC-Eingang liegt mehr Spannung an, als das Gerät zulässt. Kostal führt das als externe Generatorstörung. Die Maßnahme lautet: Generatorinstallation und -auslegung kontrollieren.

Wichtig: Das ist kein Fehler, den ein Neustart behebt. Die Spannung kommt von den Modulen, und die liefern bei Licht, ob du willst oder nicht.

  • Erweiterung oder Modultausch ohne neue Auslegung (häufig): Wird ein defektes Modul durch ein neueres Modell ersetzt oder das Feld erweitert, ändern sich die Spannungswerte. Passt das niemand nachgerechnet, rutscht der String über die Grenze. Typisches Zeichen: 3022 kommt erst seit der Änderung.
  • Knapp geplante Strings bei Frost und Sonne (gelegentlich): Kalte Module liefern mehr Spannung. Ein String, der im Sommer passt, kann an einem eisigen Wintermorgen zu viel sein.
  • Falsch verschaltete Strings (selten): Wurden bei der Installation zwei Strings versehentlich in Reihe statt getrennt angeschlossen, verdoppelt sich die Spannung fast. Dann tritt der Code schon bei moderaten Temperaturen auf.

3022 oder 3032? 3022 meldet zu viel Spannung, 3032 zu viel Strom vom PV-Generator. Beides sind Auslegungsfragen, aber mit unterschiedlicher Ursache: zu viele Module in Reihe bei 3022, zu viele parallel bei 3032.

Das Tückische an Modultausch und Erweiterung: Moderne Module sind leistungsstärker und oft anders aufgebaut als die von vor zehn Jahren. Ein Modul mit gleicher Nennleistung kann eine deutlich höhere Leerlaufspannung haben. Wer ohne Blick ins Datenblatt tauscht, riskiert genau diesen Code.

Den Code gibt es mit gleicher Bedeutung auch beim PIKO BA 6.0/8.0/10.

Auch ein Wechselrichtertausch kann 3022 auslösen: Ersetzt man ein älteres Gerät durch einen PIKO 10-20 und übernimmt die vorhandenen Strings unverändert, passen die Eingangsgrenzen nicht unbedingt zusammen. Deshalb gehört zu jedem Geräte- oder Modultausch eine kurze Nachrechnung der Strings. Fehlt sie, zeigt der erste kalte Winter die Folgen.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Änderungen sammeln. Wurde am Dach etwas getauscht oder ergänzt? Wann? Welche Module? Diese Infos sind der wichtigste Hinweis.
  2. Datenblätter bereitlegen. Such die Datenblätter der alten und neuen Module heraus. Der Installateur braucht vor allem die Leerlaufspannung.
  3. Meldezeiten notieren. Kommt 3022 morgens bei Frost oder zu jeder Tageszeit? Das hilft zu unterscheiden, ob die Auslegung knapp oder grundsätzlich falsch ist.
  4. Protokoll auf Schwestercodes prüfen. 3017, 3025 und 3028 bedeuten dasselbe. Stehen sie auch drin, ist das Problem nicht auf einen Einzelfall beschränkt.
  5. Finger weg vom Modulfeld. Keine Stecker lösen, keine Leitungen umklemmen. Das bleibt der Fachkraft vorbehalten.

Nicht selbst öffnen. DC-Leitungen und Wechselrichter stehen unter hoher Spannung, sobald Licht auf die Module fällt. Ein Trennen unter Last kann einen Lichtbogen erzeugen.

Wann der Fachmann ran muss

Sofort, wenn 3022 wiederholt auftritt. Die Kontrolle der Generatorauslegung schreibt Kostal selbst vor. Ruf deinen Installateur, idealerweise den, der die Änderung am Modulfeld gemacht hat.

Er misst die Stringspannungen, rechnet mit den Datenblättern den Kältefall durch und teilt die Strings gegebenenfalls neu auf. Häufig genügt es, ein Modul pro String herauszunehmen oder auf einen anderen Eingang zu verteilen.

Garantie zuerst klären. Hat ein Fachbetrieb das Modulfeld geändert, ohne neu zu rechnen, liegt die Korrektur bei ihm. Ein Überspannungsschaden am Wechselrichter wird von der Herstellergarantie womöglich nicht gedeckt.

Wie dringend? Zeitnah. Jede Überspannung belastet den Eingang des PIKO. Die beste Zeit für die Prüfung ist vor dem nächsten Winter, bevor kalte Sonnentage die Spannung weiter hochtreiben.

Kläre bei der Gelegenheit auch die Dokumentation: Nach einer Umverschaltung sollte der Installateur Stringplan und Anlagenunterlagen aktualisieren. Das ist wichtig für spätere Reparaturen, für die Versicherung und für den Fall, dass du die Anlage einmal verkaufst oder erweiterst. Ein aktueller Plan verhindert außerdem, dass der gleiche Fehler beim nächsten Modultausch wieder passiert. Frag gezielt danach, ob auch das Anlagenzertifikat oder die Anmeldung beim Netzbetreiber angepasst werden muss.

Typische Reparatur
Stringmessung, Neuberechnung der Auslegung, Umverschaltung
Richtwert280–550 €
So rechnen wir
Anfahrt · Pauschale50 €
Arbeitszeit · 2–5 Std. × 90 €180–450 €
Teile/Material · Pauschale50 €
Summe280–550 €

Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos

FAQ

Wir haben neue Module bekommen – kann das 3022 auslösen?

Ja, gut möglich. Neuere Module haben oft andere Spannungswerte als die alten. Ersetzt man sie eins zu eins im selben String, kann die Gesamtspannung über die Grenze des PIKO steigen.

Ist 3022 dasselbe wie 3017?

In der Bedeutung ja. Kostal beschreibt 3017, 3022, 3025 und 3028 gleich und nennt dieselbe Maßnahme. Das Vorgehen unterscheidet sich nicht.

Läuft der Wechselrichter nach 3022 weiter?

Oft ja, sobald die Spannung wieder unter die Grenze fällt, etwa wenn sich die Module in der Sonne erwärmen. Das heißt aber nicht, dass das Problem gelöst ist.

Wie misst der Installateur die Stringspannung?

Mit einem geeigneten Messgerät direkt an den DC-Leitungen, am besten bei kalten Bedingungen und Sonne. Aus den Werten und dem Moduldatenblatt rechnet er aus, ob die Grenze im Winter überschritten wird.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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