Wechselrichter tauschen: Kosten und Ablauf
Kurz gesagt
Ein Wechselrichtertausch dauert für ein Einfamilienhaus meist einen halben bis ganzen Tag. Die Kosten setzen sich aus dem Gerät, der Montage, gegebenenfalls Anpassungen an Zählerschrank und Leitungen sowie der Inbetriebnahme zusammen. Die Einspeisevergütung bleibt beim Tausch erhalten, der Netzbetreiber muss aber informiert und das Marktstammdatenregister aktualisiert werden. Den Tausch darf nur eine Elektrofachkraft machen.
Irgendwann ist es bei fast jeder PV-Anlage so weit: Der Wechselrichter ist defekt oder so alt, dass ein Tausch sinnvoll wird. Hier erfährst du, wie ein Austausch abläuft, welche Kosten auf dich zukommen und welche Formalitäten zu erledigen sind.
Wann ein Tausch ansteht
- Das Gerät ist defekt, und eine Reparatur lohnt sich nicht mehr. Siehe Wechselrichter defekt: Reparatur oder Austausch?.
- Der Hersteller liefert keine Ersatzteile mehr oder existiert nicht mehr, siehe Hersteller insolvent.
- Du möchtest einen Speicher nachrüsten und der vorhandene Wechselrichter unterstützt keinen. Siehe Batteriespeicher nachrüsten.
- Die Förderung läuft aus und die Anlage soll auf Eigenverbrauch umgestellt werden, siehe Ü20-Anlagen.
- Häufige Fehler, Leistungsdrosselung oder Lärm zeigen, dass das Gerät am Ende ist. Siehe Wie lange hält ein Wechselrichter?.
So läuft der Tausch ab
- Bestandsaufnahme: Der Installateur notiert Module, Anzahl und Verschaltung der Strings, Leerlaufspannungen, Leitungen, Zählerschrank und vorhandene Überwachung.
- Auslegung: Er wählt einen Wechselrichter, der zu den Strings passt. Spannungsbereich, Anzahl der MPP-Tracker und maximale Eingangsströme müssen stimmen. Siehe Neuer Wechselrichter für alte Anlage.
- Angebot: Mit Gerät, Montage, Material, Inbetriebnahme und Formalitäten.
- Montage: Anlage freischalten, altes Gerät abklemmen und abnehmen, neues Gerät montieren und anschließen. DC-Stecker müssen oft getauscht werden, weil verschiedene Steckertypen nicht zusammenpassen dürfen.
- Inbetriebnahme: Ländersatz nach VDE-AR-N 4105, Einspeisebegrenzung, Blindleistung, Netzwerk und Portal einrichten, Messungen durchführen und protokollieren.
- Formalitäten: Netzbetreiber informieren, Marktstammdatenregister aktualisieren, neue Garantie registrieren.
Bei einem einfachen Tausch ist die Arbeit für ein Einfamilienhaus meist in einem halben bis ganzen Tag erledigt.
Womit du bei den Kosten rechnen musst
Die Kosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen:
- Gerät: abhängig von Leistung, Hersteller und Funktionen. Hybridgeräte mit Speicheranschluss sind teurer als reine Stringwechselrichter.
- Montage und Inbetriebnahme: meist einige Stunden Arbeit plus Anfahrt.
- Material: DC-Stecker, Kabel, Wandhalterung, eventuell Überspannungsschutz.
- Anpassungen: Muss der Zählerschrank erweitert, eine Leitung erneuert oder ein Energiezähler eingebaut werden, steigt der Preis deutlich.
- Entsorgung: Altgeräte sind Elektroschrott und werden über Rücknahmesysteme entsorgt. Viele Installateure übernehmen das.
Hole mehrere Angebote ein und vergleiche, was genau enthalten ist. Ein günstiger Gerätepreis nützt wenig, wenn Inbetriebnahme oder Formalitäten extra berechnet werden.
Was mit der Einspeisevergütung passiert
Die Einspeisevergütung hängt an der Anlage, nicht am Wechselrichter. Beim Austausch eines defekten oder alten Wechselrichters bleibt sie grundsätzlich erhalten, einschließlich Vergütungssatz und Laufzeit. Wichtig ist, dass die installierte Modulleistung nicht unbemerkt verändert wird. Wird die Anlage gleichzeitig erweitert, braucht der neue Teil eine eigene Anmeldung und erhält den aktuellen Vergütungssatz.
Formalitäten
- Netzbetreiber: Informieren über den Tausch, mit Datenblatt und Einheitenzertifikat des neuen Geräts. Manche Netzbetreiber haben dafür ein eigenes Formular.
- Marktstammdatenregister: Den Eintrag der Anlage aktualisieren.
- Versicherung: Neues Gerät und gegebenenfalls höheren Wert melden.
- Garantie: Neues Gerät beim Hersteller registrieren, um verlängerte Garantien zu sichern. Siehe Wechselrichter-Garantie verlängern.
Worauf du achten solltest
- Gleicher Hersteller ist kein Muss, kann aber Portal, Zähler und Zubehör weiter nutzbar machen.
- Zukunft mitdenken: Speicher, Wallbox, Wärmepumpe? Ein Hybridgerät kann sinnvoll sein.
- Montageort überprüfen: Beim Tausch ist die Gelegenheit, einen zu heißen Ort zu verbessern. Siehe Richtiger Montageort.
- Nicht selbst tauschen: Auch wenn es nur „Stecker raus, Stecker rein“ scheint. Anschluss, Inbetriebnahme und Anmeldung sind Sache einer Elektrofachkraft.
Kurz zusammengefasst
Ein Wechselrichtertausch ist für den Fachbetrieb Routine: Bestandsaufnahme, passende Auslegung, Montage, Inbetriebnahme und Formalitäten. Die Einspeisevergütung bleibt erhalten. Vergleiche Angebote genau und nutze den Tausch, um die Anlage für Speicher oder Eigenverbrauch fit zu machen.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.