Batteriespeicher nachrüsten: Passt er zum vorhandenen Wechselrichter?
Kurz gesagt
Einen Speicher kannst du auf zwei Wegen nachrüsten. DC-gekoppelt an einen vorhandenen Hybridwechselrichter geht nur, wenn dieser Speicher unterstützt und der Speicher auf seiner Kompatibilitätsliste steht. AC-gekoppelt mit eigenem Batteriewechselrichter funktioniert mit fast jeder bestehenden Anlage. Wichtig sind außerdem ein Energiezähler, die passende Größe und die Anmeldung beim Netzbetreiber.
Viele PV-Anlagen wurden ohne Speicher gebaut, weil er damals zu teuer war. Heute sind Speicher günstiger, und mit sinkender Einspeisevergütung lohnt sich Eigenverbrauch mehr. Die Frage ist: Passt ein Speicher zu meiner Anlage? Hier erfährst du, welche Wege es gibt und worauf du achten musst.
Zwei Wege: DC- oder AC-Kopplung
DC-gekoppelt. Der Speicher hängt direkt am Hybridwechselrichter, auf der Gleichstromseite. Der Solarstrom fließt ohne Umweg in die Batterie. Das ist effizient, weil nur einmal umgewandelt wird. Voraussetzung: Der vorhandene Wechselrichter ist ein Hybridwechselrichter mit Batterieeingang, und der gewünschte Speicher ist dafür freigegeben.
AC-gekoppelt. Der Speicher bekommt einen eigenen Batteriewechselrichter und wird auf der Wechselstromseite, also im Hausnetz, angeschlossen. Er lädt mit dem Überschuss, den ein Zähler am Netzanschluss misst. Das funktioniert mit praktisch jeder vorhandenen PV-Anlage, auch mit alten Stringwechselrichtern. Der Strom wird allerdings öfter umgewandelt, was einige Prozent Verlust mehr bedeutet.
Es gibt auch All-in-one-Systeme, bei denen Batterie und Batteriewechselrichter in einem Gehäuse stecken. Sie sind in der Regel ebenfalls AC-gekoppelt.
Schritt 1: Was für einen Wechselrichter hast du?
Schau auf das Typenschild oder in die Unterlagen:
- Hybridwechselrichter erkennst du an Bezeichnungen wie „Hybrid“, „Plus“, „SE“ oder einem Batterieanschluss. Beispiel: Beim Fronius GEN24 unterstützt die Plus-Variante Batterien.
- Reiner Stringwechselrichter: Dann bleibt meist nur die AC-Kopplung, oder ein Tausch gegen einen Hybridwechselrichter. Ein Tausch lohnt sich vor allem, wenn der alte Wechselrichter ohnehin in die Jahre gekommen ist. Siehe Wechselrichter tauschen.
Schritt 2: Kompatibilität prüfen
Bei DC-Kopplung gilt: Nur Speicher, die der Wechselrichterhersteller freigegeben hat. Jeder Hersteller führt eine Kompatibilitätsliste. Dort steht, welche Batteriemodelle, Größen und Firmware-Versionen funktionieren. Eine nicht freigegebene Batterie führt zu Kommunikationsfehlern, im Zweifel auch zum Verlust der Garantie. Siehe Batterie-Kommunikationsfehler.
Weitere Punkte:
- Spannungsbereich: Hochvolt- oder Niedervolt-Batterie? Der Wechselrichter muss dazu passen.
- Lade- und Entladeleistung: Kann der Wechselrichter die Batterie schnell genug laden?
- Lizenz oder Freischaltung: Manche Wechselrichter brauchen für den Batteriebetrieb eine kostenpflichtige Freischaltung.
- Energiezähler: Ohne Zähler am Netzanschluss geht es fast nie. Siehe Smart Meter am Hybridwechselrichter.
Schritt 3: Größe festlegen
Eine häufige Faustregel: etwa 1 kWh Speicher pro 1.000 kWh Jahresverbrauch oder pro kWp Anlagenleistung. Ein größerer Speicher bringt nur Vorteile, wenn er im Sommer auch voll wird und im Alltag leer wird. Im Winter wird er ohnehin selten voll. Ein zu großer Speicher verlängert die Amortisation. Hast du Wärmepumpe oder E-Auto, kann mehr Kapazität sinnvoll sein. Lass dir anhand deiner Verbrauchsdaten eine Simulation machen.
Schritt 4: Aufstellort
Der Speicher braucht einen frostfreien, trockenen, kühlen Ort mit genug Platz und tragfähigem Boden oder Wand. Mehr dazu im Ratgeber Batteriespeicher zu heiß oder zu kalt.
Schritt 5: Anmeldung und Formalitäten
- Netzbetreiber: Ein Speicher ist eine Erzeugungsanlage und muss angemeldet werden. Das übernimmt meist der Installateur.
- Marktstammdatenregister: Der Speicher muss eingetragen werden, in der Regel innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme.
- Einspeisevergütung: Ein Speicher verändert die Vergütung der vorhandenen Anlage nicht, solange er nur PV-Strom speichert.
- Versicherung: Melde den Speicher auch deiner Gebäude- oder PV-Versicherung. Siehe PV-Versicherung.
Rechnet sich das?
Das hängt vom Strompreis, der Einspeisevergütung, dem Verbrauchsprofil und dem Preis des Speichers ab. Bei alten Anlagen mit hoher Vergütung kann es sinnvoller sein, weiter einzuspeisen. Bei Anlagen, deren Förderung ausläuft, ist Eigenverbrauch fast immer attraktiver. Mehr dazu im Ratgeber Ü20-Anlagen.
Kurz zusammengefasst
Mit Hybridwechselrichter geht DC-Kopplung, aber nur mit freigegebenem Speicher. Mit jedem anderen Wechselrichter geht AC-Kopplung. Prüfe Kompatibilitätsliste, Spannungsbereich, Lizenz und Zähler, wähle die Größe nach Verbrauch, und lass Anmeldung und Installation den Fachbetrieb machen.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.