Warnung, Fehler, Störung: Die Unterschiede bei Wechselrichtermeldungen
Kurz gesagt
Eine Warnung heißt meist: Der Wechselrichter läuft weiter, eventuell mit weniger Leistung. Ein Fehler bedeutet, dass er vorübergehend nicht einspeist und es meist von selbst wieder versucht. Eine Störung oder ein schwerwiegender Alarm heißt: Das Gerät bleibt aus, bis jemand eingreift. Die genauen Begriffe unterscheiden sich je nach Hersteller.
In der App stehen Warnungen, Fehler, Störungen, Alarme, Ereignisse und Informationen durcheinander. Nicht jede Meldung ist ein Problem, und nicht jedes Problem ist dringend. Die Stufe einer Meldung sagt dir, wie ernst es ist, noch bevor du den Code nachschlägst.
Die drei Stufen im Überblick
| Stufe | Speist der Wechselrichter ein? | Was tun? |
|---|---|---|
| Information, Ereignis | Ja | Nichts, nur zur Kenntnis |
| Warnung | Ja, eventuell gedrosselt | Beobachten, bei Häufung klären |
| Fehler | Vorübergehend nein, startet meist selbst neu | Muster prüfen, bei Häufung Installateur |
| Störung, schwerwiegender Alarm | Nein, bleibt aus | Installateur oder Service rufen |
Diese Einteilung ist eine Orientierung. Die Hersteller verwenden eigene Begriffe.
So benennen es die Hersteller
Huawei teilt Alarme in drei Schweregrade ein, laut Alarmreferenz:
- Schwerwiegend: Der Wechselrichter schaltet ab oder arbeitet nicht mehr richtig, die Einspeisung wird unterbrochen oder sinkt.
- Geringfügig: Einige Komponenten haben Fehler, das Gerät kann aber weiter einspeisen.
- Warnung: Das Gerät arbeitet normal, seine Leistung sinkt aber durch äußere Einflüsse.
SMA unterscheidet bei Ereignissen zwischen Information, Warnung und Fehler. Die rote LED leuchtet bei Ereignissen, die eine Reaktion erfordern. Manche Fehler führen zu einer dauerhaften Betriebshemmung, die erst nach Behebung und Neustart aufgehoben wird.
Fronius arbeitet mit Statuscodes, die nach Klassen gruppiert sind. Grob gilt bei Symo, Primo und Galvo: Klasse 1 (1xx) sind laut Anleitung meist vorübergehende Netzfehler, nach denen das Gerät nach einer Prüfzeit selbst wieder zuschaltet. In Klasse 3 stehen unter anderem 306 und 307, die jeden Morgen und Abend wegen wenig Licht auftreten und laut Fronius kein Fehler sind. Klasse 4 umfasst Geräte- und Anlagenfehler, die teils einen Servicetechniker brauchen. Klasse 5 unterbricht die Einspeisung grundsätzlich nicht, kann sie aber einschränken. Die Betriebsstatus-LED zeigt orange für unkritische und rot für kritische Zustände.
GoodWe und Growatt zeigen meist nur „Fault" oder „Warning" mit einer Fehlernummer oder einem englischen Kurztext.
Warnung: Läuft, aber beobachten
Warnungen weisen auf einen Zustand hin, der noch keinen Ausfall verursacht. Typische Beispiele:
- Leistungsreduzierung wegen Temperatur, siehe Derating
- Lüfter läuft nicht optimal
- Kommunikation zum Zähler oder zum Portal gestört
- Hohe Netzspannung, die sich der Grenze nähert
- Instabiler Betrieb bei wenig Licht, etwa SMA-Meldung 33 bei Schnee
Einzelne Warnungen kannst du ignorieren. Wiederholen sie sich täglich, lohnt sich ein Blick auf die Ursache, denn oft kosten sie schleichend Ertrag.
Fehler: Schutzabschaltung mit Neustart
Die meisten Fehler sind Schutzabschaltungen. Der Wechselrichter trennt sich vom Netz, wartet und prüft dann erneut. Das passiert bei Netzspannung außerhalb der Grenzen, Frequenzabweichungen, Isolationsfehlern nach Tau oder kurzen Fehlerströmen. Oft ist nach Minuten alles vorbei.
Kritisch wird es, wenn derselbe Fehler immer wieder auftritt. Dann hilft der Ratgeber Fehlercode kommt immer wieder.
Störung: Das Gerät bleibt aus
Bei schweren Fehlern schaltet der Wechselrichter dauerhaft ab und versucht es nicht selbst erneut. Das ist bei internen Gerätefehlern, defekten Relais, wiederholten Fehlerströmen oder ernsten Isolationsproblemen der Fall. Die LED leuchtet dauerhaft rot, siehe Rote LED am Wechselrichter.
Ein einmaliger Neustart ist erlaubt. Kommt die Störung sofort wieder, ist der Installateur gefragt. Mehrfaches Neustarten hilft nicht und kann bei manchen Fehlern schaden.
Was du für den Installateur notieren solltest
- Code und Wortlaut der Meldung
- Stufe (Warnung, Fehler, Störung)
- Datum, Uhrzeit, Häufigkeit
- Wetter und Leistung in dem Moment
Wie du ältere Meldungen findest, erklärt der Ratgeber Fehlerspeicher auslesen.
Kurz zusammengefasst
Warnung heißt: läuft weiter, beobachten. Fehler heißt: kurz aus, startet meist von selbst. Störung heißt: bleibt aus, Fachmann nötig. Hersteller verwenden eigene Begriffe, das Prinzip ist aber überall ähnlich. Entscheidend ist, ob sich eine Meldung häuft.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.