Rote LED am Wechselrichter: Was sie bedeutet

Kurz gesagt

Eine rote LED zeigt bei fast allen Wechselrichtern einen Fehler an, bei dem das Gerät meist nicht mehr einspeist. Die LED selbst sagt aber nicht, welcher Fehler es ist. Entscheidend ist der Code im Display, in der App oder im Webportal. Viele rote Meldungen verschwinden von selbst, bleibt die LED dauerhaft rot, sollte der Installateur nachsehen.

Grün heißt alles gut, rot heißt Problem. So weit ist die Logik bei allen Herstellern gleich. Was die rote LED genau bedeutet, ob sie leuchtet oder blinkt und ob der Wechselrichter noch einspeist, unterscheidet sich aber von Gerät zu Gerät. Die gute Nachricht: Die LED ist nur der Hinweis. Die eigentliche Information steht im Fehlercode.

Was die LEDs bei den großen Herstellern bedeuten

SMA (Sunny Boy, Sunny Tripower): Laut Betriebsanleitung heißt eine leuchtende rote LED: „Ein Ereignis ist aufgetreten." Welches, steht mit Ereignisnummer in der Benutzeroberfläche des Wechselrichters oder im Sunny Portal. Grün dauerhaft bedeutet Einspeisebetrieb, grün blinkend „Warten auf Einspeisebedingungen", die blaue LED zeigt die Kommunikation an.

Fronius (Symo, Primo, Galvo): Die Betriebsstatus-LED leuchtet grün im Einspeisebetrieb, orange bei unkritischen Zuständen wie Start, Selbsttest oder Update. Rot zeigt einen Status an, bei dem nicht eingespeist wird. Beim Symo GEN24 heißt Rot laut Anleitung: Ein kritischer Fehler ist aufgetreten, der Wechselrichter speist keine Energie ein. Den Statuscode liest du im Display oder in Solar.web.

Huawei (SUN2000): Die Alarm-LED leuchtet rot bei schwerwiegenden Alarmen, bei denen das Gerät abschaltet oder weniger leistet. Details stehen in der FusionSolar-App unter den Alarmen.

GoodWe, Growatt, Kostal und andere: Auch hier bedeutet Rot fast immer „Fehler". Manche Geräte haben eine eigene LED für die Kommunikation, die rot leuchtet, wenn nur die WLAN-Verbindung fehlt. Das ist kein Fehler der Stromerzeugung.

Im Zweifel hilft die Betriebsanleitung deines Modells. Meist gibt es dort eine Tabelle „LED-Signale".

Leuchten oder blinken?

Das Muster verrät oft mehr als die Farbe:

  • Dauerhaft rot: Ein Fehler liegt aktuell an. Das Gerät speist meist nicht ein.
  • Rot blinkend: Je nach Hersteller ein Fehler auf der DC-Seite, eine Warnung oder ein Fehler, der gerade überwunden wird.
  • Kurz rot beim Einschalten: Bei vielen Geräten Teil des Selbsttests. Kein Grund zur Sorge.
  • Rot nur morgens oder abends: Oft zu wenig Licht oder eine Netzprüfung beim Start. Mehr dazu im Ratgeber Wechselrichter-Fehler nachts oder morgens.

So findest du den eigentlichen Fehler

  1. Display ablesen, falls das Gerät eins hat. Oft steht dort direkt der Code.
  2. App oder Portal öffnen und unter „Ereignisse", „Alarme" oder „Meldungen" nachsehen.
  3. Den Fehlerspeicher prüfen, wenn die LED wieder grün ist. Wie das geht, steht im Ratgeber Fehlerspeicher auslesen.
  4. Den Code nachschlagen. Mit Hersteller, Serie und Code findest du hier die passende Erklärung.

Häufige Gründe für eine rote LED

  • Netzspannung oder Netzfrequenz außerhalb der Grenzen
  • Isolationsfehler nach Regen oder Tau
  • Überhitzung
  • Fehlerstrom oder interner Gerätefehler
  • Falsch eingestellte Ländernorm nach Tausch oder Update

Viele davon sind Schutzabschaltungen, die sich von selbst erledigen. Was hinter „Warnung", „Fehler" und „Störung" steckt, erklärt der Ratgeber Warnung, Fehler, Störung.

Was du tun kannst

  • Abwarten, wenn die LED nur kurz rot war und wieder grün ist.
  • Einmal richtig neu starten, wenn der Code einen internen Fehler meldet. Anleitung im Ratgeber Wechselrichter-Reset.
  • Nicht mehrfach hintereinander neu starten, wenn der Fehler sofort wiederkommt. Das löscht nur Hinweise.

Wann der Fachbetrieb ran muss

Ruf den Installateur, wenn die LED an einem sonnigen Tag länger als eine Stunde rot bleibt, der Fehler täglich wiederkommt oder das Gerät riecht, knackt oder ungewöhnlich heiß ist. Bei Brandgeruch schaltest du die Anlage zuerst AC-seitig und dann am DC-Freischalter ab.

Kurz zusammengefasst

Die rote LED heißt: Fehler, meist ohne Einspeisung. Was genau los ist, sagt erst der Code in Display, App oder Portal. Kurze rote Phasen sind oft Schutzabschaltungen, die sich selbst lösen. Dauerhaft rot oder täglich wiederkehrend ist ein Fall für den Installateur.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.

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