GoodWe ET / ET Plus+ / BT hybrid 5-10kW Fehler Abnormal GFCI 60mA: Fehlerstrom über 60 mA
Kurzantwort
Abnormal GFCI 60mA bedeutet beim GoodWe ET / ET Plus+, dass während der Einspeisung ein Fehlerstrom von über 60 mA zur Erde geflossen ist und das Gerät deshalb abgeschaltet hat. Meist steckt eine nachlassende Isolation an PV-Kabeln, Steckern oder einem Modul dahinter, häufig verstärkt durch Nässe. Ein einzelnes Auftreten regelt der Wechselrichter selbst – bei Wiederholung muss eine Elektrofachkraft den PV-Generator gegen Erde messen.
Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Keine Stecker, Kabel oder DC-Leitungen anfassen und einen Elektrofachbetrieb rufen. Bei Brandgeruch, Rauch oder Schmorspuren: PV-Anlage sicher abschalten: Schritt für Schritt im Notfall.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Nasse oder undichte DC-Steckverbindung (häufig)
- Angescheuertes oder angenagtes PV-Kabel (gelegentlich)
- Defekte Anschlussdose oder Rückseitenfolie eines Moduls (selten)
- Fehlmessung der Fehlerstromerfassung im Gerät (selten)
Zwischen den PV-Leitungen und der Erde sollte fast kein Strom fließen. Die Fehlerstromüberwachung des ET / ET Plus+ misst genau diesen Ableitstrom. Übersteigt er 60 mA, trennt das Gerät seine Relais und zeigt „Abnormal GFCI 60mA“. Als Ursache nennt GoodWe eine zu niedrige Isolationsimpedanz am Eingang während des Betriebs.
Wichtig: Ein Fehlerstrom in dieser Größe ist kein Messrauschen. Irgendwo hat die Isolation nachgegeben, zumindest zeitweise.
Etwas Ableitstrom ist bei jeder PV-Anlage normal. Große Modulflächen wirken wie ein Kondensator gegenüber dem Dach, und bei Nässe steigt dieser Anteil. Ein gesunder PV-Generator bleibt dabei aber deutlich unter den Schwellen der Überwachung. Wird die 60-mA-Grenze gerissen, kommt zur normalen Grundlast ein echter Fehlerpfad hinzu. Je größer die Anlage, desto eher summieren sich viele kleine Schwachstellen zu einem Wert, der auslöst.
- Nasse Steckverbindung (häufig): Stecker, die nicht ganz eingerastet sind oder deren Dichtung fehlt, ziehen Wasser. Typisches Zeichen: Die Meldung kommt bei Starkregen oder Schneeschmelze und nie bei trockenem Wetter.
- Beschädigtes Kabel (gelegentlich): An Dachhaken, Blechkanten oder durch Tierbiss wird die Isolierung dünn. Sobald Feuchtigkeit dazukommt, fließt Strom zum Gestell. Oft beginnt das mit seltenen 30-mA-Meldungen und steigert sich.
- Modulschaden (selten): Eine undichte Anschlussdose oder Risse in der Rückseitenfolie lassen Feuchtigkeit an stromführende Teile. Das zeigt sich bei der Messung als ein einzelner schlechter Strang.
- Messfehler im Gerät (selten): Die Stromerfassung selbst kann driften. Dann tritt der Fehler auch an trockenen, sonnigen Tagen ohne erkennbares Muster auf.
60 mA oder 30 mA? Beide Codes stammen von derselben Überwachung. Bei 30 mA wurde die niedrigste Schwelle überschritten, bei 60 mA war der Strom deutlich höher oder stieg schneller an. Ein Sprung von vielen 30-mA- zu 60-mA-Meldungen spricht dafür, dass ein Schaden wächst.
Was du selbst prüfen kannst
- Nichts überstürzen. Der Wechselrichter versucht nach dem Abschalten selbst, wieder zu starten. Ein einziger Eintrag im Protokoll ist noch kein Grund zur Sorge.
- Muster erkennen. Vergleiche in der SolarGo- oder SEMS-App Zeitpunkt und Wetter. Kommt der Fehler immer nach Regen, liegt es fast sicher an Feuchtigkeit in der Verkabelung.
- Sichtbare Stellen ansehen. Schau ohne Anfassen auf die Kabel am Gerät, in Kabelkanälen und, falls vom Boden aus sichtbar, unter den Modulen. Hängen Stecker frei in Pfützen oder Rinnen? Siehst du Nagespuren?
- Fotos machen. Dokumentiere Auffälligkeiten und das Display. Seriennummer und Uhrzeit gehören dazu.
- Nicht an Kabeln hantieren. Die PV-Stränge stehen bei Tageslicht unter hoher Gleichspannung. Stecker nur trennen, wenn die Anlage fachgerecht freigeschaltet ist, und das ist Aufgabe des Elektrikers.
Nicht selbst öffnen. Der Sensor sitzt im Gerät, und dort liegt auch nach dem Ausschalten noch Spannung an.
Wann der Fachmann ran muss
Kommt „Abnormal GFCI 60mA“ mehrfach oder bleibt die Anlage aus, ruf den Installateur. GoodWe empfiehlt bei häufigem oder dauerhaftem Auftreten, die Impedanz zwischen PV-Strang und PE zu prüfen. Dafür misst der Techniker jeden Strang mit einem Isolationsprüfgerät gegen Erde.
Ist ein Strang auffällig, halbiert er ihn schrittweise, bis er den Fehlerort hat. Stecker werden neu gesetzt, Kabel ersetzt oder im schlimmsten Fall ein Modul getauscht. Zeigt kein Strang einen Fehler, prüft er die Erdung und schaltet den GoodWe-Service ein, weil dann die Messung im Gerät verdächtig ist.
Rechne bei der Fehlersuche mit etwas Geduld. Feuchtigkeitsfehler sind bei trockenem Wetter manchmal nicht messbar. Ein guter Techniker misst deshalb möglichst dann, wenn der Fehler typischerweise auftritt, oder kommt nach einem Regentag wieder.
Lass dir nach der Instandsetzung die gemessenen Werte je Strang notieren.
Garantie zuerst klären. Module haben meist eine lange Produktgarantie, auch der Wechselrichter ist oft noch abgedeckt. Kabelschäden durch Tiere sind dagegen eher ein Fall für die Gebäude- oder Elektronikversicherung.
Ein kurzer Blick in die App nach dem nächsten Regen zeigt dir, ob die Reparatur gewirkt hat.
Wie dringend? Ein Fehlerstrom von über 60 mA ist ein Zeichen für einen realen Isolationsschaden. Wenn er sich wiederholt, lass nicht Wochen vergehen. Ein Termin innerhalb einiger Tage ist angemessen, besonders vor einer Regenperiode.
Isolationsmessung, Fehlerortung am PV-Strang und Reparatur
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 1–3 Std. × 90 € | 90–270 € |
| Steckverbinder, Kabel oder Modul (je nach Befund) | 10–250 € |
| Summe | 150–570 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos
FAQ
Warum schaltet der Wechselrichter bei 60 mA ab?
Ab dieser Stärke gilt der Ableitstrom als Hinweis auf einen echten Isolationsschaden. Die Schutzfunktion trennt das Gerät, damit sich der Fehler nicht ausweitet und niemand gefährdet wird. Das ist gewollt und kein Defekt der Abschaltung.
Heißt 60 mA, dass es schlimmer ist als bei 30 mA?
Tendenziell ja, der gemessene Strom war doppelt so hoch. Das kann auf einen größeren Schaden oder einen plötzlich eintretenden Fehler hinweisen, etwa einen Wassereinbruch. Für dich bleibt das Vorgehen aber dasselbe: beobachten und bei Wiederholung messen lassen.
Kann ein Marder den Fehler auslösen?
Ja, angenagte PV-Kabel unter den Modulen sind ein bekannter Auslöser. Die freigelegte Ader bekommt bei Nässe Kontakt zum Gestell oder Dach. Spuren wie Nagereste oder Nester unter den Modulen solltest du dem Installateur melden.
Speist die Anlage nach dem Fehler wieder ein?
In der Regel ja. GoodWe schreibt, dass sich der Wechselrichter automatisch erholt, sobald das Problem behoben ist. Bleibt die Isolation schlecht, schaltet er aber immer wieder ab.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.