GoodWe ET / ET Plus+ / BT hybrid 5-10kW Fehler Abnormal GFCI 150mA: Fehlerstrom über 150 mA
Kurzantwort
Abnormal GFCI 150mA bedeutet beim GoodWe ET / ET Plus+, dass die Fehlerstromüberwachung einen sehr hohen Ableitstrom von über 150 mA erkannt und die Einspeisung sofort gestoppt hat. Meist gibt es dann eine deutliche Verbindung zwischen PV-Leitung und Erde, etwa durch einen Kabelschaden oder eingedrungenes Wasser. Lass den Fehler zeitnah von einer Elektrofachkraft untersuchen, besonders wenn er mehr als einmal auftritt.
Rot heißt: nicht selbst eingreifen. Keine Stecker, Kabel oder DC-Leitungen anfassen und einen Elektrofachbetrieb rufen. Bei Brandgeruch, Rauch oder Schmorspuren: PV-Anlage sicher abschalten: Schritt für Schritt im Notfall.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Deutlicher Isolationsschaden an PV-Kabel oder Stecker (häufig)
- Wassereinbruch in Anschlussdose oder Verteiler (gelegentlich)
- Defekte Fehlerstromerfassung im Wechselrichter (selten)
Die Fehlerstromüberwachung des ET / ET Plus+ vergleicht laufend die Ströme, die ins Gerät hinein- und wieder herausfließen. Fehlt ein Teil, ist er über die Erde abgeflossen. Liegt dieser Anteil über 150 mA, schaltet der Wechselrichter sofort ab und meldet „Abnormal GFCI 150mA“. GoodWe führt als Ursache eine im Betrieb zu niedrige Isolationsimpedanz am Eingang an.
Wichtig: 150 mA ist die höchste Schwelle dieser Überwachung. Hier hat nicht bloß ein feuchter Stecker kurz nachgegeben, sondern es gab sehr wahrscheinlich eine handfeste Verbindung zur Erde.
- Isolationsschaden an Kabel oder Stecker (häufig): Ein Kabel, das an einer Kante durchgescheuert ist oder beim Montieren gequetscht wurde, kann blankes Kupfer an das Gestell bringen. Typisches Zeichen: Der Fehler tritt plötzlich auf, oft ohne Vorwarnung durch kleinere Stufen.
- Wasser in Dose oder Verteiler (gelegentlich): Läuft Wasser in eine Modulanschlussdose, einen Generatoranschlusskasten oder eine Kabeldurchführung, entsteht ein großflächiger Pfad zur Erde. Das passiert gern nach Sturm oder wenn Dichtungen gealtert sind.
- Erfassung im Gerät (selten): Ein defekter Stromsensor kann hohe Werte melden, die es nicht gibt. Darauf deutet es hin, wenn die Messung am PV-Generator einwandfrei ausfällt.
150 mA, 60 mA oder 30 mA? Alle drei sind Stufen derselben Schutzfunktion. Die niedrigen Stufen fangen schleichende Ableitströme früh ab, 150 mA steht für einen großen oder schlagartigen Fehler. Siehst du im Protokoll vorher schon viele 30- oder 60-mA-Einträge, hat sich der Schaden vermutlich über Wochen entwickelt.
Was du selbst prüfen kannst
- Auf den Neustart achten. GoodWe sieht vor, dass sich der Wechselrichter nach Behebung des Problems selbst wieder verbindet. Beobachte, ob er wieder einspeist oder gleich erneut abschaltet.
- Protokoll durchsehen. Prüfe in der SolarGo- oder SEMS-App, ob es vorher kleinere Fehlerstrommeldungen oder „Low Insulation Res.“ gab. Diese Vorgeschichte hilft enorm bei der Suche.
- Letzte Arbeiten bedenken. Wurde kürzlich am Dach gearbeitet, eine Antenne montiert, Schnee geräumt oder eine Erweiterung angeschlossen? Solche Ereignisse sind oft der Auslöser.
- Sichtprüfung ohne Berührung. Schau dir Kabel, Kanäle und den Wechselrichter von außen an. Achte auf Brandgeruch, verfärbte Stecker oder Wasser in Gehäusen.
- Bei Wiederholung freischalten lassen. Tritt der Fehler mehrmals am Tag auf, sprich mit deinem Installateur ab, ob du die Anlage über AC-Schalter und DC-Schalter außer Betrieb nimmst.
Nicht an den Strängen arbeiten. Bei Licht liefern die Module hohe Gleichspannung, auch wenn der Wechselrichter aus ist. Ein beschädigtes Kabel kann dann berührungsgefährlich sein.
Wann der Fachmann ran muss
Bei dieser Stufe lohnt sich der Anruf schon beim ersten deutlichen Auftreten, spätestens aber bei der Wiederholung. GoodWe empfiehlt, bei häufigem oder anhaltendem Fehler die Impedanz zwischen PV-Strang und PE zu prüfen. Dein Installateur trennt die Anlage fachgerecht, misst jeden Strang gegen Erde und findet so den betroffenen Abschnitt.
Die Reparatur reicht vom Tausch eines Steckerpaares bis zum Ersatz eines Kabelstücks oder Moduls. Ist die Messung überall gut, prüft er die Erdung des Wechselrichters und kontaktiert den GoodWe-Service wegen der internen Erfassung.
Gut zu wissen: Ein so großer Fehler lässt sich meist leichter finden als ein schleichender. Der betroffene Strang zeigt bei der Messung in der Regel einen klar schlechten Wert, oft unabhängig vom Wetter. Das macht die Suche kürzer, die Reparatur aber manchmal aufwendiger, wenn das Kabel unter den Modulen verläuft und erst freigelegt werden muss. Bei Aufdachanlagen braucht der Techniker dafür unter Umständen eine Absturzsicherung oder ein Gerüst, was den Aufwand erhöht.
Nach der Reparatur sollte der Techniker den Isolationswert dokumentieren. So hast du einen Vergleichswert, falls später wieder Meldungen kommen.
Garantie zuerst klären. Frag nach, ob Modul- oder Gerätegarantie greift, bevor Teile auf deine Rechnung getauscht werden. Sturm- oder Tierschäden sind oft versichert.
Bewahre das Protokoll gut auf, es ist auch für eine spätere Garantieanfrage wertvoll.
Wie dringend? Ein Fehlerstrom über 150 mA ist ein ernstes Signal. Warte nicht auf den nächsten Regen, sondern vereinbare zeitnah einen Termin. Riechst du Verschmortes oder siehst Rauch, schalte sofort ab und ruf im Zweifel die Feuerwehr.
Isolationsmessung, Fehlerortung und Instandsetzung am PV-Strang
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 2–4 Std. × 90 € | 180–360 € |
| Kabel, Steckverbinder oder Modul (je nach Befund) | 20–300 € |
| Summe | 250–710 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos
FAQ
Wie ernst ist Abnormal GFCI 150mA?
Es ist die höchste der drei Fehlerstromstufen beim ET / ET Plus+. Ein so großer Ableitstrom deutet meist auf einen echten, nicht nur feuchtigkeitsbedingten Isolationsschaden hin. Nimm die Meldung ernst, auch wenn die Anlage danach wieder läuft.
Kann es brennen?
Ein Fehlerstrom allein ist noch kein Brand. Wo aber Isolation versagt, können sich Stellen erwärmen oder Lichtbögen entstehen. Genau deshalb schaltet der Wechselrichter ab und du solltest die Ursache finden lassen.
Warum springt der Fehler manchmal direkt auf 150 mA?
Die Stufen hängen davon ab, wie stark und wie schnell der Strom ansteigt. Ein plötzlicher Kontakt, etwa ein durchgescheuertes Kabel am Metallgestell, überspringt die niedrigen Stufen. Langsam wachsende Feuchtigkeitsprobleme melden sich eher zuerst mit 30 mA.
Was muss ich dem Installateur sagen?
Nenne den genauen Code, Datum und Uhrzeit, das Wetter und ob kürzlich jemand am Dach gearbeitet hat. Auch frühere 30- oder 60-mA-Meldungen aus der App sind wichtig. So kann er gezielt suchen.
Darf ich die Anlage bis zum Termin laufen lassen?
Wenn der Wechselrichter von selbst wieder startet und der Fehler einmalig war, ja. Kommt er öfter, schalte nach Rücksprache mit dem Installateur lieber über AC- und DC-Schalter ab, bis gemessen wurde.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.