GoodWe EH single-phase hybrid Fehler F13: Fehlerstromschutz 60 mA ausgelöst
Kurzantwort
F13 bedeutet beim GoodWe EH, dass die Fehlerstromüberwachung einen plötzlichen Anstieg des Ableitstroms in der 60-mA-Stufe erkannt hat. Ursache ist ein Isolationswiderstand der PV-Seite gegen Erde, der im Betrieb eingebrochen ist, oft durch Wasser in Steckern oder Anschlussdosen oder eine beschädigte Leitung. Einzelne Ereignisse löst das Gerät selbst, bei Wiederholung muss der Installateur die Strings durchmessen.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Wassereintritt in Stecker, Verteiler oder Modul-Anschlussdosen (häufig)
- Beschädigte DC-Leitung mit Kontakt zu Gestell oder Dachblech (gelegentlich)
- Isolationsschaden an einem Modul (selten)
Der GoodWe EH bewertet den Fehlerstrom gegen Erde in mehreren Stufen. F13 „60mA GFCI Protection“ ist die mittlere Stufe: Der Ableitstrom ist im Betrieb plötzlich so stark gestiegen, dass er diese Schwelle erreicht hat. GoodWe nennt als Ursache einen Isolationswiderstand zwischen PV-Eingang und Erde, der während des Betriebs zu niedrig wird. Der Wechselrichter trennt sich sofort und wartet, bis der Wert wieder in Ordnung ist.
Wichtig: Bei F13 sitzt der Fehler auf der Gleichstromseite deiner Anlage. Das Netz und dein Hausstrom sind nicht die Ursache.
- Wasser in Steckern oder Dosen (häufig): Gerade bei Starkregen oder Schneeschmelze läuft Wasser in schlecht abgedichtete Steckverbinder, Verteiler oder die Anschlussdose eines Moduls. Der Fehlerstrom steigt dann sprunghaft an. Typisches Zeichen: F13 kommt bei oder direkt nach heftigem Niederschlag.
- Beschädigte Leitung (gelegentlich): Ein Kabel, das auf einer scharfen Kante liegt oder vom Wind gegen ein Blech gescheuert wird, verliert irgendwann an einer Stelle seine Isolierung. Berührt der blanke Leiter das Gestell, fließt Fehlerstrom. Das passiert oft auch bei trockenem Wetter.
- Modulschaden (selten): Ein Riss in der Rückseitenfolie, Glasbruch nach Hagel oder eine überhitzte Anschlussdose können einen Ableitpfad zum Rahmen schaffen.
F13 oder F12? F12 ist die 30-mA-Stufe und schlägt schon bei kleineren Fehlerströmen an, typisch bei Tau oder leichtem Regen. F13 braucht einen größeren Sprung und weist eher auf eine greifbare Schadstelle hin. Kommt F14 dazu, ist der Fehlerstrom noch größer geworden.
Die abgestufte Überwachung ist in den Normen für trafolose Wechselrichter vorgeschrieben. Größere Sprünge müssen dabei schneller zur Abschaltung führen als kleinere. So wird verhindert, dass ein Mensch einen gefährlichen Strom abbekommt, wenn er ein fehlerhaftes Teil berührt.
Der Code gilt für EH und DNS G4.
Was du selbst prüfen kannst
- Wetter notieren. Trat F13 bei Starkregen, Schneeschmelze oder nach einem Sturm auf? Das hilft bei der Eingrenzung sehr.
- Protokoll lesen. Stehen vorher schon F12-Einträge im Verlauf von SEMS oder SolarGo? Dann entwickelt sich ein Isolationsfehler über die Zeit.
- Vom Boden aus schauen. Hängen Leitungen lose? Sind nach einem Sturm Module verschoben, Kabel abgerissen oder Gläser gesprungen? Fotografiere, was du siehst.
- Nicht wiederholt neu starten. Der EH prüft die Isolation vor dem Zuschalten ohnehin selbst. Ständiges Aus- und Einschalten ändert an einer Fehlerstelle nichts.
- Alles dokumentieren. Code, Datum, Uhrzeit, Wetter und Seriennummer vom Typenschild aufschreiben.
Nicht selbst auf das Dach oder an die Leitungen. Bei einem Isolationsfehler können Gestell und Kabel unter Spannung stehen. Solange Licht auf die Module fällt, lässt sich die DC-Seite nicht einfach abschalten.
Wann der Fachmann ran muss
GoodWe rät, bei häufigem Auftreten oder wenn sich der Wechselrichter lange nicht erholt, die Impedanz der PV-Strings gegen Erde prüfen zu lassen. Dafür kommt der Installateur mit einem Isolationsmessgerät.
Er trennt die Strings, misst jeden einzeln und findet so den betroffenen Strang. Dann geht es Stück für Stück weiter: Stecker, Verteiler, Leitungswege, zuletzt die Module. Meist ist die Fehlerstelle nach ein bis drei Stunden gefunden. Oft reicht der Tausch eines Steckers oder das Neuverlegen eines Kabelabschnitts.
Nach Unwettern lohnt es sich, gleichzeitig die Befestigung und die Module auf sichtbare Schäden prüfen zu lassen. Hagelschäden sind oft ein Fall für die Gebäude- oder Photovoltaikversicherung. Mach dafür Fotos, bevor repariert wird. Viele Versicherer wollen außerdem einen kurzen Bericht des Fachbetriebs sehen, aus dem hervorgeht, welche Teile beschädigt waren und was getauscht wurde. Bitte den Installateur gleich darum, das spart später Rückfragen. Auch das Messprotokoll der Isolationsprüfung solltest du aufbewahren, weil es bei späteren Fehlern als Vergleich dient.
Garantie zuerst klären. Ist die Anlage jünger als die Gewährleistungsfrist und die Ursache ein Montagefehler, ist dein Installateur in der Pflicht. Modulschäden laufen über die Modulgarantie.
Wie dringend? Ein einzelnes F13 nach Starkregen: Termin in den nächsten Wochen. Wiederholtes F13, sichtbare Schäden oder zusätzlich F14: zeitnah, innerhalb weniger Tage.
Isolationsmessung aller Strings, Lokalisierung und Instandsetzung der Fehlerstelle
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 1–4 Std. × 90 € | 90–360 € |
| Steckverbinder, Kabel oder Anschlussdose (je nach Befund) | 10–150 € |
| Summe | 150–560 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos
FAQ
Ist F13 schlimmer als F12?
Etwas. F13 reagiert auf einen größeren, sprunghaften Anstieg des Fehlerstroms als F12. Das deutet eher auf eine konkrete Fehlerstelle als auf leichte Feuchtigkeit hin. Beide Codes haben dieselbe Grundursache, eine nachlassende Isolation gegen Erde.
Kann ich die Anlage mit F13 weiterlaufen lassen?
Der Wechselrichter entscheidet selbst: Ist der Fehler weg, schaltet er wieder zu. Du solltest aber nicht einfach warten, wenn F13 regelmäßig auftritt, denn die Fehlerstelle bleibt bestehen und kann sich verschlechtern.
Warum tritt F13 manchmal nur an sehr sonnigen Tagen auf?
Bei voller Einstrahlung sind Spannung und Temperatur auf der DC-Seite am höchsten. Eine geschwächte Isolation kann genau dann durchschlagen. Kühlt die Anlage ab, ist der Fehler wieder weg.
Wer sucht den Fehler?
Dein Installateur mit einem Isolationsmessgerät. Er misst die Strings einzeln gegen Erde und grenzt die Fehlerstelle ein. Auf das Dach oder an die DC-Leitungen solltest du selbst nicht.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.