GoodWe EH single-phase hybrid Fehler F12: Fehlerstromschutz 30 mA ausgelöst
Kurzantwort
F12 bedeutet beim GoodWe EH, dass die interne Fehlerstromüberwachung einen Ableitstrom der 30-mA-Stufe gemessen hat, weil der Isolationswiderstand der PV-Seite gegen Erde im Betrieb gesunken ist. Meist steckt Feuchtigkeit an Steckern, Kabeln oder Modulen dahinter. Einzelne Meldungen bei Nässe verschwinden von selbst, häufiges F12 erfordert eine Isolationsmessung durch den Fachbetrieb.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Feuchtigkeit an Steckverbindern, Kabeln oder Modulen (häufig)
- Beschädigte Kabelisolierung, etwa durch Tierverbiss oder Scheuerstellen (gelegentlich)
- Alternde oder beschädigte Module mit Ableitstrom (selten)
Der GoodWe EH misst im Betrieb laufend, ob Strom von der PV-Seite gegen Erde abfließt. Solch ein Fehlerstrom entsteht, wenn die Isolation zwischen den stromführenden Teilen und dem geerdeten Gestell oder Gehäuse nachlässt. Überschreitet der Wert die 30-mA-Stufe, schaltet der Wechselrichter ab und meldet F12 „30mA GFCI Protection“. GoodWe beschreibt die Ursache als Isolationswiderstand gegen Erde, der während des Betriebs zu niedrig wird.
Wichtig: F12 hat nichts mit dem öffentlichen Netz zu tun. Die Ursache sitzt fast immer auf deiner DC-Seite – zwischen Modulen und Wechselrichter.
- Feuchtigkeit (häufig): Nicht richtig verrastete oder beschädigte PV-Stecker, offene Kabelenden oder undichte Anschlussdosen lassen Wasser eindringen. Typisches Zeichen: F12 kommt morgens bei Tau, nach Regen oder bei Nebel und ist verschwunden, sobald die Anlage abgetrocknet ist.
- Beschädigte Kabel (gelegentlich): Marder, Scheuerstellen an Dachkanten oder Kabel, die auf scharfen Blechen liegen, verletzen die Isolierung. Oft tritt der Fehler dann auch bei trockenem Wetter auf.
- Module mit Ableitstrom (selten): Ältere Module oder Module mit Glasbruch oder Rückseitenschaden können Strom gegen den Rahmen ableiten. Das zeigt sich meist erst bei einer Einzelmessung der Strings.
F12 oder F13/F14? Alle drei stammen aus derselben Fehlerstromüberwachung. F12 ist die niedrigste Stufe mit 30 mA, F13 die mittlere mit 60 mA, F14 die höchste mit 150 mA. Sprünge auf höhere Stufen deuten auf einen größeren Fehler. Die Vorgehensweise ist bei allen gleich: Isolation der PV-Seite prüfen.
Warum diese Überwachung? Bei trafolosen Wechselrichtern wie dem EH gibt es keine galvanische Trennung zwischen Modulen und Netz. Ein Isolationsfehler auf dem Dach kann deshalb bis ins Hausnetz wirken. Die interne Fehlerstromerkennung schützt Menschen, die Module oder Gestell berühren, und verhindert, dass sich ein kleiner Fehler zu einem Brand entwickelt.
Der Code gilt beim EH und bei der DNS G4.
Was du selbst prüfen kannst
- Wetterbezug prüfen. Schau in SEMS oder SolarGo, wann F12 aufgetreten ist. Nach Regen, Tau oder Nebel spricht das stark für Feuchtigkeit.
- Abwarten. GoodWe beschreibt einzelne Meldungen als vorübergehende Störung. Der Wechselrichter läuft wieder an, wenn der Fehler weg ist.
- Sichtprüfung vom Boden. Hängen Kabel lose herunter, liegen Stecker in Pfützen oder auf dem Dach, gibt es sichtbare Schäden an Leitungen? Nur schauen, nichts anfassen.
- Marderspuren suchen. Angeknabberte Kabel im Dachboden oder an der Hauswand sind ein deutlicher Hinweis.
- Häufigkeit dokumentieren. Notiere Datum, Uhrzeit und Wetter jeder Meldung. Das hilft dem Techniker, den Fehler einzugrenzen.
Nicht an DC-Leitungen arbeiten. Solange Licht auf die Module fällt, liegt an Steckern und Kabeln hohe Gleichspannung an – auch wenn der Wechselrichter abgeschaltet ist. Ein Isolationsfehler macht Berührungen zusätzlich gefährlich.
Wann der Fachmann ran muss
Kommt F12 häufig oder läuft der EH über längere Zeit nicht mehr an, empfiehlt GoodWe, die Impedanz der PV-Strings gegen Erde zu prüfen. Das ist eine Aufgabe für den Installateur mit einem Isolationsmessgerät.
Er misst jeden String einzeln gegen Erde, findet so den betroffenen Strang und grenzt dann Stecker für Stecker ein. Häufig ist der Übeltäter ein einzelner Steckverbinder, der ausgetauscht wird. Bei beschädigten Kabeln wird der Abschnitt ersetzt, bei defekten Modulen das Modul.
Garantie zuerst klären. Ist die Anlage jung, fallen Installationsmängel wie schlecht verpresste Stecker unter die Gewährleistung des Installateurs. Module haben eigene Herstellergarantien.
Ein Tipp für die Terminplanung: Fehler, die nur bei Nässe auftreten, lassen sich an einem trockenen Sonnentag schwer finden. Die Messung ist deshalb am aussagekräftigsten nach Regen oder am frühen Morgen, wenn der Fehler typischerweise auftritt. Sprich das mit dem Installateur ab. Manche Betriebe messen bewusst an feuchten Tagen oder befeuchten verdächtige Stellen gezielt, um den Fehler sichtbar zu machen.
Wichtig ist auch, dass nach der Reparatur alle Stecker desselben Typs und Herstellers verwendet werden. Gemischte Steckverbinder verschiedener Marken sind eine bekannte Quelle für Undichtigkeiten.
Wie dringend? Seltenes F12 bei Nässe: in den nächsten Wochen einen Termin machen. Täglich F12 oder zusätzlich F13/F14: zeitnah handeln, weil ein Isolationsfehler sich verschlimmern kann.
Isolationsmessung der PV-Strings, Fehlersuche und Instandsetzung von Steckern oder Leitungen
| Anfahrt · Pauschale | 50 € |
|---|---|
| Arbeitszeit · 1–4 Std. × 90 € | 90–360 € |
| PV-Steckverbinder oder Kabelabschnitt | 10–80 € |
| Summe | 150–490 € |
Annahmen, keine Preise eines bestimmten Betriebs: 90 €/Std. Arbeitszeit, 50 € Anfahrt, Teile ohne genauere Angabe pauschal 50 €. Tatsächliche Kosten hängen von Region, Betrieb und Befund ab. Quelle: Schätzung auf Basis üblicher Stundensätze; innerhalb der Garantie oft kostenlos
FAQ
Ist F12 gefährlich?
Ein Fehlerstrom bedeutet, dass Strom einen Weg nimmt, den er nicht nehmen soll – im Zweifel über das Gestell oder eine Person. Der Wechselrichter schaltet deshalb ab. Solange er das tut, ist die Situation beherrscht, die Ursache muss bei Häufung aber gefunden werden.
Warum kommt F12 vor allem morgens oder nach Regen?
Tau und Regen dringen in kleine Beschädigungen an Steckern und Kabeln ein und senken den Isolationswiderstand. Trocknet die Anlage ab, ist alles wieder in Ordnung. Genau dieses Muster ist typisch für Feuchtigkeitsprobleme auf der DC-Seite.
Was ist der Unterschied zwischen F12, F13 und F14?
Es sind Stufen der Fehlerstromüberwachung: 30 mA, 60 mA und 150 mA. F12 reagiert auf die kleinste Stufe. Je höher die Stufe, desto größer war der gemessene Fehlerstrom.
Hat F12 etwas mit dem FI-Schalter im Zählerschrank zu tun?
Nicht direkt. F12 kommt von der Überwachung im Wechselrichter selbst. Der FI im Zählerschrank ist ein separates Schutzgerät, kann aber bei ähnlichen Ursachen zusätzlich auslösen.
Was kostet die Fehlersuche?
Eine Isolationsmessung und die Suche nach dem undichten Stecker dauern meist ein bis wenige Stunden. Tauschteile wie Stecker sind günstig. Teurer wird es nur, wenn ein Modul ersetzt werden muss.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.