SMA Sunny Boy 3.0-6.0 (SB x.0-1AV-41) Fehler 105: Netzstörung – Netzspannung zu hoch

Kurzantwort

105 bedeutet beim SMA Sunny Boy 3.0-6.0, dass die Netzspannung oder Netzimpedanz am Anschlusspunkt zu hoch war und sich der Wechselrichter vorübergehend vom Netz getrennt hat. Meist ist das eine Reaktion auf die Netzsituation im Ort, keine Störung am Gerät. Solange es selten bleibt, einfach laufen lassen, bei Häufung Messung und Netzbetreiber.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Hohe Netzspannung zu Zeiten starker Einspeisung (häufig)
  • Netzausbau hält mit neuen PV-Anlagen nicht Schritt (gelegentlich)
  • Ungünstige Leitungsführung im Haus (selten)

SMA fasst die Ereignisse 101 bis 105 zusammen: Die Netzspannung oder Netzimpedanz am Anschlusspunkt des Wechselrichters ist zu hoch, der Sunny Boy hat sich vom öffentlichen Netz getrennt. Für dich als Betreiber zählt vor allem, wie sich die Meldung über Tage und Monate verhält. Daran erkennst du, ob du handeln musst.

  • Hohe Spannung bei starker Einspeisung (häufig): An klaren Tagen zwischen etwa elf und fünfzehn Uhr erreicht die Einspeisung im Ort ihr Maximum. Wird dann wenig verbraucht, steigt die Spannung. Typisch: Die Meldung häuft sich an Feiertagen und Wochenenden mit viel Sonne, weil Betriebe weniger Strom abnehmen.
  • Netz wächst langsamer als die PV (gelegentlich): Neue Anlagen kommen schneller dazu, als der Netzbetreiber Leitungen und Trafos verstärkt. Die Meldung taucht dann plötzlich auf, obwohl an deiner Anlage nichts geändert wurde.
  • Leitungsführung im Haus (selten): Ein weiter Weg vom Zählerschrank zum Wechselrichter oder ein knapper Querschnitt erhöhen die Spannung an seinen Klemmen zusätzlich.

105 oder 302? Bei 302 regelt der Sunny Boy seine Leistung herunter und bleibt am Netz. Bei 105 trennt er sich ganz. Gehen die Meldungen von 302 zu 105 über, reicht das Drosseln nicht mehr, um die Spannung zu halten.

Ereignis 105 gibt es mit gleicher Bedeutung auch bei anderen SMA-Wechselrichtern, zum Beispiel beim Sunny Tripower und beim Sunny Boy Storage.

Warum dein Gerät trotzdem das Richtige tut. Ohne diese Schutzfunktion würde jede Anlage einfach weiter einspeisen, und die Spannung im Strang könnte Werte erreichen, die Haushaltsgeräte beschädigen. Die Trennung ist also eine Art Nachbarschaftsschutz. Dass es gerade deinen Sunny Boy trifft, liegt oft nur daran, dass er am ungünstigsten Punkt des Strangs hängt oder etwas empfindlicher misst als andere Geräte.

Einzelne Meldungen im Jahr kannst du getrost ignorieren. Interessant wird 105 erst, wenn du an sonnigen Tagen regelmäßig Einbrüche in der Ertragskurve siehst. Dann rechnet sich der Aufwand, der Ursache nachzugehen.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Laufen lassen. Der Sunny Boy nimmt den Betrieb von selbst wieder auf. Kein Neustart, kein Abschalten nötig.
  2. Jahreszeit beachten. Im Frühjahr, wenn die Sonne schon stark ist und kaum geheizt oder gekühlt wird, sind Spannungsprobleme am häufigsten. Einzelne Meldungen in dieser Zeit sind normal.
  3. Veränderung im Umfeld prüfen. Sind in deiner Straße in den letzten Monaten neue Solaranlagen entstanden? Das erklärt oft, warum 105 neu auftaucht.
  4. Eigenverbrauch verschieben. Große Verbraucher in die Mittagszeit legen hilft ein wenig und bringt dir ohnehin mehr vom eigenen Strom.
  5. Protokoll führen. Ereignisliste regelmäßig exportieren oder abfotografieren. Notiere Tage mit vielen Meldungen und vergleiche sie mit den Ertragsdaten im Sunny Portal.

Nicht selbst eingreifen. Gehäuse und AC-Anschluss des Sunny Boy bleiben zu. Auch Netzparameter oder Länderdatensatz verstellst du nicht selbst, das darf nur der Installateur mit Zustimmung des Netzbetreibers.

Wann der Fachmann ran muss

Wenn 105 an vielen sonnigen Tagen mehrmals auftritt und du Ertrag verlierst, ist eine Messung sinnvoll. SMA empfiehlt zu prüfen, ob die Netzspannung am Anschlusspunkt des Wechselrichters dauerhaft im zulässigen Bereich liegt. Das übernimmt ein Elektriker.

Netzbetreiber kontaktieren. Liegt die Spannung wegen der örtlichen Netzbedingungen außerhalb des zulässigen Bereichs, verweist SMA an den Netzbetreiber. Schildere ihm die Häufigkeit, lege Messwerte bei und frag nach, ob Maßnahmen im Netz geplant sind.

Eigene Installation verbessern. Zeigt die Messung einen großen Spannungsfall zwischen Zählerschrank und Wechselrichter, kann der Installateur die Zuleitung ertüchtigen.

Service als letzter Schritt. Liegt die Spannung dauerhaft im zulässigen Bereich und 105 erscheint dennoch, ist der SMA-Service der richtige Kontakt.

Leg Messprotokoll und Ereignisliste gemeinsam ab. Falls der Netzbetreiber später Maßnahmen umsetzt, kannst du damit vergleichen, ob sich die Zahl der Abschaltungen tatsächlich verringert hat.

Wie dringend? Keine Gefahr für Haus oder Gerät. Wichtig ist nur, die Ertragsverluste im Blick zu behalten und das Thema anzugehen, bevor es sich über Jahre summiert.

FAQ

Warum trat 105 früher nie auf und jetzt schon?

Oft sind in der Nachbarschaft neue PV-Anlagen dazugekommen. Jede weitere Anlage hebt die Spannung im Strang zur Mittagszeit etwas an. Irgendwann reicht es, um die Grenze zu erreichen.

Hilft ein Batteriespeicher gegen 105?

Ein Speicher, der mittags lädt, senkt die eingespeiste Leistung und damit auch die Spannungsanhebung durch deine Anlage. Das kann die Zahl der Abschaltungen verringern. Gegen eine im Netz ohnehin zu hohe Spannung hilft er aber nur begrenzt.

Soll ich tagsüber mehr Strom verbrauchen?

Eigenverbrauch zur Mittagszeit, etwa Waschmaschine oder E-Auto laden, reduziert die Einspeisung. Das schont die Spannung ein wenig und lohnt sich ohnehin finanziell. Ein Allheilmittel ist es nicht.

Muss ich 105 dem Netzbetreiber melden?

Eine Pflicht gibt es nicht. Kommt die Meldung aber häufig, ist eine Meldung mit deinen Aufzeichnungen sinnvoll. Nur so erfährt der Netzbetreiber, dass der Strang an seine Grenze kommt.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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