SMA Sunny Boy 3.0-6.0 (SB x.0-1AV-41) Fehler 104: Netzstörung – Netzspannung zu hoch

Kurzantwort

104 bedeutet beim SMA Sunny Boy 3.0-6.0, dass die Netzspannung oder Netzimpedanz am Anschlusspunkt über dem zulässigen Bereich liegt und sich der Wechselrichter deshalb vom Netz getrennt hat. Meist sind es kurze Spannungsspitzen im Ortsnetz. Bei Häufung sollte eine Langzeitmessung klären, ob das Netz dauerhaft zu hoch liegt.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Kurze Spannungsspitzen im öffentlichen Netz (häufig)
  • Dauerhaft hohe Grundspannung am Anschluss (gelegentlich)
  • Schalthandlungen im Netz oder beim Nachbarn (selten)

Auch Ereignis 104 bedeutet laut SMA: Netzspannung oder Netzimpedanz am Anschlusspunkt sind zu hoch, der Sunny Boy hat sich vom öffentlichen Netz getrennt. Die Abhilfe ist dieselbe wie bei 101. Worauf es bei 104 in der Praxis oft ankommt, ist die Frage: Sind es kurze Ausreißer oder liegt die Spannung dauerhaft zu hoch?

Wichtig: Eine einzelne Messung mit dem Multimeter reicht nicht, um das zu beantworten. Die Netzspannung ändert sich im Minutentakt.

  • Kurze Spannungsspitzen (häufig): Wolkenlücken, an- und abschaltende große Verbraucher oder mehrere Wechselrichter, die gleichzeitig hochfahren, erzeugen kurze Spitzen. Der Sunny Boy trennt sich, obwohl der Durchschnitt passt. Typisch: vereinzelte Meldungen an wechselhaften Tagen.
  • Dauerhaft hohe Grundspannung (gelegentlich): Manche Anschlüsse liegen schon ohne Einspeisung am oberen Rand. Dann genügt wenig zusätzliche Leistung, und der Grenzwert ist erreicht. Die Meldungen kommen dann an jedem sonnigen Tag.
  • Schalthandlungen im Netz (selten): Umschaltungen durch den Netzbetreiber oder große Anlagen in der Nachbarschaft, etwa ein Gewerbebetrieb, können die Spannung kurzzeitig verschieben.

104 oder 301? 104 sieht die Spannung im Augenblick, 301 den gleitenden Zehn-Minuten-Mittelwert. Nur 104 spricht eher für Spitzen, häufiges 301 für eine dauerhaft hohe Spannung.

Wie der Grenzwert zustande kommt. Der Sunny Boy arbeitet mit dem Länderdatensatz, den dein Installateur bei der Inbetriebnahme eingestellt hat. Darin stehen die Spannungsgrenzen, die der Netzbetreiber für Anlagen in deinem Land vorschreibt. Die Nennspannung im Niederspannungsnetz liegt bei 230 Volt, und die Netzbetreiber müssen sie in einem festgelegten Band halten. Der Wechselrichter muss sich trennen, bevor er dieses Band verlässt.

Es kann also sein, dass die Spannung technisch „noch in Ordnung“ ist, der Wechselrichter aber schon an seine Schutzgrenze stößt. Beides ist Absicht: Der Wechselrichter soll nicht derjenige sein, der das Netz über die Grenze schiebt.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Nichts überstürzen. Der Sunny Boy verbindet sich von selbst wieder mit dem Netz. Ein Neustart bringt nichts.
  2. Häufigkeit auswerten. Schau in der Ereignisliste, an wie vielen Tagen 104 aufgetreten ist und wie oft pro Tag. Das ist die wichtigste Zahl für alles Weitere.
  3. Wetter dazuschreiben. War es durchgehend sonnig oder wechselhaft? Spitzen bei Wolkenlücken sprechen für kurze Ausreißer, Meldungen über Stunden an klaren Tagen für eine hohe Grundspannung.
  4. Auf andere Codes achten. Tauchen zusätzlich 301 oder 302 auf? Dann ist die Spannung an deinem Anschluss grundsätzlich knapp bemessen.
  5. Zeitraum festlegen. Sammle mindestens zwei, drei Wochen mit sonnigem Wetter. Eine längere Liste überzeugt beim Netzbetreiber mehr als ein einzelner Tag.

Nicht selbst messen. Eine Messung an den Klemmen des Wechselrichters oder im Zählerschrank gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Dort liegt Netzspannung an, und die Abdeckungen des Sunny Boy bleiben zu. Auf der DC-Seite steht zudem Spannung an, solange Licht auf die Module fällt.

Wann der Fachmann ran muss

Wenn 104 regelmäßig auftritt, sieht SMA eine Prüfung vor: Liegt die Netzspannung am Anschlusspunkt dauerhaft im zulässigen Bereich? Eine Stichprobe beantwortet das nicht. Besser ist eine Aufzeichnung über mehrere Tage, die ein Elektriker mit einem Netzanalysator oder Datenlogger erstellen kann.

Zu hohe Spannung durch das Netz. Zeigt die Aufzeichnung, dass die Spannung wegen der örtlichen Netzbedingungen außerhalb des zulässigen Bereichs liegt, empfiehlt SMA, den Netzbetreiber zu kontaktieren. Er ist für die Spannungsqualität im öffentlichen Netz verantwortlich.

Zu hohe Spannung durch die eigene Leitung. Ist der Unterschied zwischen Hausanschluss und Wechselrichter groß, kann dein Installateur die Zuleitung verbessern.

Spannung passt, Meldung bleibt. Liegt die Spannung nachweislich im zulässigen Bereich und 104 erscheint trotzdem weiter, ist laut SMA der Service zu kontaktieren.

Frag den Elektriker nach einer Auswertung, die Spitzen und Mittelwerte getrennt zeigt. Das beantwortet direkt, ob 104 von Ausreißern kommt oder von einer dauerhaft hohen Spannung.

Wie dringend? Nicht dringend. Die Abschaltung ist eine Schutzfunktion. Es lohnt sich aber, die Sache anzugehen, wenn du an sonnigen Tagen regelmäßig Ertrag verlierst.

FAQ

Warum sehe ich 104, obwohl mein Messgerät 230 V anzeigt?

Eine Momentaufnahme sagt wenig. Die Spannung schwankt im Tagesverlauf, und die Abschaltung passiert oft nur für Sekunden an der Spitze. Aussagekräftig ist erst eine Aufzeichnung über mehrere sonnige Tage.

Was ist der Unterschied zwischen 104 und 301?

104 reagiert auf eine zu hohe Spannung im Moment. 301 schaut auf den Mittelwert über zehn Minuten. Kommt vor allem 301, liegt die Spannung länger an der Obergrenze, bei 104 eher kurz darüber.

Kann ich dem Netzbetreiber eine Messung vorlegen?

Ja, und das ist sinnvoll. Eine Aufzeichnung durch einen Elektriker macht es dem Netzbetreiber leichter, das Problem nachzuvollziehen. Viele Netzbetreiber messen bei Beschwerden auch selbst nach.

Schaltet sich der Sunny Boy nach 104 selbst wieder ein?

Ja. Liegt die Spannung wieder im zulässigen Bereich, nimmt er nach einer Wartezeit den Betrieb wieder auf. Du musst dafür nichts tun.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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