GoodWe EH single-phase hybrid Fehler F06: Netzfrequenz zu hoch
Kurzantwort
F06 bedeutet beim GoodWe EH, dass die gemessene Netzfrequenz über dem Wert lag, den die örtlichen Netzregeln erlauben. Meist ist das eine kurze Frequenzabweichung im Netz, gelegentlich ein falsches Länderprofil oder ein instabiles Netz, etwa bei Generatorbetrieb. Tritt F06 nur selten auf, musst du nichts tun, bei Häufung hilft der Installateur.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Kurzzeitige Frequenzabweichung im Stromnetz (häufig)
- Falsches Länderprofil oder falsche Netznorm eingestellt (gelegentlich)
- Instabile Versorgung, etwa durch Generator oder Inselnetz (selten)
Das Stromnetz läuft in Europa mit 50 Hertz. Weicht die Frequenz nach oben ab, zeigt das einen Überschuss an Erzeugung. Der GoodWe EH misst die Frequenz am Anschlusspunkt. Liegt sie über dem Grenzwert der hinterlegten Netznorm, geht er vom Netz und meldet F06 „Grid Overfrequency“. Sobald die Frequenz wieder stimmt, schaltet er nach einer Prüfzeit von selbst zu.
Wichtig: Im großen europäischen Netz ist Überfrequenz selten. Wer F06 oft sieht, sollte deshalb nicht nur auf das Netz schauen, sondern auch auf die Einstellungen der eigenen Anlage.
- Kurze Frequenzabweichung im Netz (häufig): Fällt ein großer Verbraucher weg oder kommt es zu einer Netzstörung, steigt die Frequenz für kurze Zeit. Typisches Zeichen: F06 kommt einmal, ohne Muster, und ist nach wenigen Minuten erledigt.
- Falsches Länderprofil (gelegentlich): Beim Einrichten wird eine Netznorm gewählt, die die Grenzen festlegt. Passt die Auswahl nicht zu deinem Land oder Netzgebiet, können die Grenzen enger sein als nötig. Das fällt oft kurz nach der Inbetriebnahme auf.
- Instabile Versorgung (selten): Läuft das Haus zeitweise über ein Notstromaggregat oder hängt die Anlage an einem kleinen, schwachen Netz, schwankt die Frequenz deutlich stärker als im Verbundnetz. Dann tritt F06 regelmäßig auf.
F06 oder F07? F06 meldet eine zu hohe Frequenz, F07 eine zu niedrige. F08 greift, wenn sich die Frequenz zu schnell ändert. Alle drei sind Netzschutzfunktionen und keine Gerätedefekte.
Bevor der EH abschaltet, reduziert er bei steigender Frequenz in der Regel schon seine Leistung. Das verlangen die Netzanschlussregeln, damit viele Anlagen gemeinsam das Netz stabilisieren. Erst wenn die Frequenz trotzdem die Grenze überschreitet, folgt die Trennung. Siehst du in der App kurz vor F06 einen Leistungsknick, ist das genau dieses Verhalten.
Der Code gilt beim EH und bei der DNS G4.
Was du selbst prüfen kannst
- Häufigkeit ansehen. Schau in SEMS oder SolarGo, wie oft F06 auftritt. Einmal im Monat ist kein Thema, mehrmals pro Woche schon.
- Frequenzwert ablesen. Die App zeigt die gemessene Netzfrequenz. Im Normalbetrieb liegt sie sehr nah an 50 Hertz. Deutliche Abweichungen im Alltag sind auffällig.
- Generator oder Notstrom? Betreibst du ein Aggregat, das zeitweise das Haus versorgt, oder eine andere Netzersatzanlage? Dann ist die Ursache fast sicher gefunden.
- Länderprofil prüfen. In der SolarGo-App steht, welche Netznorm eingestellt ist. Notiere sie für den Installateur – ändern solltest du sie nicht selbst.
- Abwarten. Bei vereinzeltem F06 schaltet sich der EH selbst wieder zu. Ein Neustart ist nicht nötig.
Keine Einstellungen verändern. Länderprofil und Frequenzgrenzen sind Teil der Netzanschlusszusage. Änderungen gehören in die Hand des Installateurs.
Wann der Fachmann ran muss
Tritt F06 häufig auf, prüft dein Installateur zuerst, ob die Netzfrequenz tatsächlich außerhalb des zulässigen Bereichs liegt. GoodWe beschreibt es so: Liegt sie außerhalb, ist der Netzbetreiber zu informieren. Liegt sie innerhalb, kann nach Zustimmung des Netzbetreibers der Überfrequenz-Schutzpunkt angepasst werden.
In der Praxis kontrolliert der Installateur außerdem das Länderprofil. Ist es falsch gewählt, reicht oft das Umstellen auf die korrekte Norm. Bei Betrieb mit Generator muss geklärt werden, wie die Anlage in dieser Zeit sauber abgekoppelt wird – das ist eine Planungsfrage, kein Defekt.
Zeigt die App dauerhaft unplausible Frequenzwerte, obwohl das Netz stabil ist, kann auch die Messung im Gerät gestört sein. Dann sollte der GoodWe-Service mit Seriennummer und Protokoll eingeschaltet werden.
Wie dringend? Einzelne Meldungen: gar nicht. Häufiges F06 direkt nach der Inbetriebnahme: zeitnah den Installateur anrufen, weil meist nur eine Einstellung nicht stimmt und jeder Tag Ertrag kostet.
Für den Termin hilft eine kleine Sammlung: Datum und Uhrzeit der Meldungen, die in der App angezeigte Frequenz, das eingestellte Länderprofil und ob zu dieser Zeit ein Generator lief. Mit diesen Angaben kann der Installateur oft schon am Telefon sagen, ob ein Besuch nötig ist oder ob er die Einstellung per Fernzugriff prüfen kann. Das spart dir Anfahrtskosten.
FAQ
Wie kann die Netzfrequenz überhaupt zu hoch sein?
Die Frequenz steigt, wenn im Verbundnetz kurzzeitig mehr Strom erzeugt als verbraucht wird. Normalerweise gleichen Kraftwerke das in Sekunden aus. Bei großen Störungen oder in kleinen, schwachen Netzen kann die Frequenz aber über die Grenze gehen.
Ist F06 in Deutschland häufig?
Nein. Im europäischen Verbundnetz ist die Frequenz sehr stabil. Taucht F06 regelmäßig auf, lohnt eher ein Blick auf das eingestellte Länderprofil oder auf die Messung im Gerät.
Warum schaltet der Wechselrichter bei Überfrequenz ab?
Eine zu hohe Frequenz zeigt einen Stromüberschuss im Netz. Einspeiser müssen dann ihre Leistung senken und bei Überschreiten der Grenze vom Netz gehen, damit sich das Netz wieder fängt.
Kann ich den Überfrequenz-Schutzpunkt ändern?
Nicht selbst. GoodWe erlaubt eine Anpassung nur, wenn die Frequenz im zulässigen Bereich liegt und der Netzbetreiber zugestimmt hat. Die Einstellung nimmt dein Installateur vor.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.