Fronius Galvo 1.5-3.1 Fehler 104: Netzfrequenz außerhalb des zulässigen Bereichs

Kurzantwort

104 bedeutet beim Fronius Galvo, dass die Netzfrequenz außerhalb des erlaubten Bereichs liegt und das Gerät deshalb nicht einspeist. Meist steckt eine kurze Störung im Stromnetz dahinter, nach der der Wechselrichter von selbst wieder anläuft. Kommt der Code häufig, klärt der Installateur mit dem Netzbetreiber die Ursache.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Kurze Frequenzstörung im Verbundnetz (häufig)
  • Instabile Versorgung, etwa durch Notstromaggregat oder Inselnetz (gelegentlich)
  • Falsch eingestelltes Länder-Setup oder Messproblem im Gerät (selten)

Im europäischen Netz liegt die Frequenz sehr stabil bei 50 Hertz. Der Galvo überwacht sie laufend. Weicht sie zu weit ab, darf er nicht einspeisen und trennt sich mit Code 104. Sobald die Frequenz wieder passt und eine Prüfzeit vergangen ist, nimmt er den Betrieb selbst wieder auf.

Wichtig: 104 zeigt fast nie einen Fehler im Wechselrichter. Er meldet nur, was er im Netz sieht.

  • Kurze Störung im Verbundnetz (häufig): Fällt ein großes Kraftwerk aus oder trennt sich eine Leitung, weicht die Frequenz für Sekunden ab. Typisches Zeichen: Einzelne Meldungen, oft zeitgleich bei vielen Anlagen in der Region.
  • Instabile Versorgung (gelegentlich): Wer an einem Notstromaggregat, in einem kleinen Inselnetz oder am Ende einer schwachen Leitung hängt, sieht stärkere Schwankungen. Dann kommt 104 regelmäßig.
  • Setup oder Messung (selten): Ist das falsche Länder-Setup gewählt, passen die Grenzen nicht zum Netz. Ganz selten misst das Gerät selbst falsch. Beides kann nur der Installateur prüfen.

104 oder 101? 104 bezieht sich auf die Frequenz, 101 auf die Spannung. Die Frequenz ist im Verbundnetz viel stabiler, deshalb ist 104 der seltenere der beiden Codes.

Beim Symo Hybrid ist dieselbe Prüfung in zwei Codes aufgeteilt: 105 für zu hohe und 106 für zu niedrige Frequenz.

Woran du ein Netzereignis erkennst. Frequenzstörungen im großen Verbundnetz treffen alle Anlagen einer Region fast gleichzeitig. Wenn in Nachrichten oder bei deinem Netzbetreiber von einer Störung die Rede ist, erklärt das die Meldung. Kommt 104 dagegen immer wieder bei dir allein, lohnt sich ein genauerer Blick auf die eigene Versorgung und das Setup des Geräts.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Ein paar Minuten warten. Meist ist die Störung vorbei, bevor du am Gerät bist. Der Galvo schaltet dann selbst wieder zu.
  2. Stromversorgung klären. Hängt dein Haus gerade an einem Aggregat oder einer Ersatzversorgung? Dann ist 104 erwartbar und kein Grund zur Sorge.
  3. Häufigkeit ansehen. Im Display oder in Solar.web siehst du, wie oft 104 auftritt. Einmal im Monat ist normal, mehrmals täglich nicht.
  4. Umgebung vergleichen. Frag Nachbarn mit PV-Anlage, ob sie zur selben Zeit Abschaltungen hatten. Gleichzeitige Meldungen sprechen klar für das Netz.
  5. Notizen machen. Datum, Uhrzeit und Dauer aufschreiben. Mit diesen Daten kann dein Installateur beim Netzbetreiber nachfragen.

Keine Grenzwerte ändern. Die Frequenzgrenzen sind Teil der Netzanschlussregeln. Sie dürfen nur von einer Elektrofachkraft und nach Vorgabe des Netzbetreibers angepasst werden.

Die Frequenz kannst du selbst nicht sinnvoll messen, und das musst du auch nicht. Für die Einschätzung reichen die Einträge im Display und in Solar.web. Wichtig ist nur, dass du sie über einige Zeit sammelst, statt nach einem einzelnen Ereignis gleich Alarm zu schlagen.

Kein Grund für Panik bei Großstörungen. Bei den seltenen großen Netzereignissen in Europa trennen sich tausende Wechselrichter gleichzeitig, weil die Regeln es so verlangen. Das ist gewollt und schützt das Netz beim Wiederaufbau. Dein Galvo verhält sich dann genau wie alle anderen.

Wann der Fachmann ran muss

Bleibt 104 dauerhaft stehen oder kommt es mehrmals täglich, rät Fronius, den Anlagen-Monteur zu kontaktieren.

Der Installateur prüft zuerst, ob das richtige Länder-Setup aktiv ist. Danach misst er die Frequenz am Einspeisepunkt über längere Zeit. Ist das Netz selbst unruhig, geht die Meldung mit Messprotokoll an den Netzbetreiber. Zeigt das Messgerät stabile 50 Hertz, der Galvo aber weiter 104, liegt der Verdacht beim Gerät. Dann folgt eine Service-Anfrage bei Fronius.

Bei Inselbetrieb anders planen. Wer den Galvo bewusst mit einem Aggregat oder Speicher im Inselnetz betreiben will, braucht eine passende Systemlösung. Das klärst du vorher mit dem Installateur.

Wie dringend? Einzelne Meldungen sind kein Grund zum Handeln. Erst wenn der Wechselrichter regelmäßig ausfällt und Ertrag verloren geht, lohnt sich der Termin.

Nach Umbauten aufpassen. Wurde der Galvo neu eingerichtet, getauscht oder in ein anderes Land verkauft, prüfe mit dem Installateur, ob das Setup zum Netz passt. Ein falsches Setup führt zu Abschaltungen, obwohl das Netz völlig in Ordnung ist. Das ist schnell behoben, sobald jemand mit Berechtigung nachschaut.

Bewahre deine Notizen auf. Kommt 104 später wieder, siehst du sofort, ob sich etwas verändert hat.

FAQ

Warum schwankt die Netzfrequenz überhaupt?

Die Frequenz hängt davon ab, ob gerade gleich viel Strom erzeugt wie verbraucht wird. Fällt irgendwo ein großes Kraftwerk aus, sinkt sie kurz. Im europäischen Verbundnetz ist das selten und wird schnell ausgeregelt.

Ist Code 104 gefährlich?

Nein. Der Galvo trennt sich nur vom Netz, bis die Frequenz wieder stimmt. Für dich und die Anlage besteht dabei keine Gefahr.

Kann ein Notstromaggregat 104 auslösen?

Ja. Kleine Generatoren halten die Frequenz oft nicht so stabil wie das öffentliche Netz. Hängt der Wechselrichter an einem solchen Aggregat, meldet er sehr wahrscheinlich 104.

Was ist der Unterschied zwischen 104 und 101?

104 meldet eine falsche Netzfrequenz, 101 eine falsche Netzspannung. Beide sind Netzfehler und meist harmlos. Spannungsfehler kommen in der Praxis deutlich häufiger vor.

Muss ich den Netzbetreiber anrufen?

Nur wenn der Code wiederholt auftritt und auch Nachbarn Probleme sehen. Den ersten Schritt macht am besten dein Installateur, weil er Messwerte liefern kann.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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