Fronius Galvo 1.5-3.1 Fehler 101: Netzspannung außerhalb des zulässigen Bereichs
Kurzantwort
101 bedeutet beim Fronius Galvo, dass die Netzspannung außerhalb des zulässigen Bereichs liegt und das Gerät die Einspeisung deshalb unterbricht. Meist ist das eine kurze Schwankung im Ortsnetz, nach der der Wechselrichter von selbst wieder zuschaltet. Nur wenn der Code täglich und über längere Zeit auftritt, sollten Installateur und Netzbetreiber nachsehen.
Ursachen (nach Häufigkeit)
- Kurzzeitige Spannungsschwankung im öffentlichen Netz (häufig)
- Hohe Spannung im Ortsnetz durch viele Einspeiser (gelegentlich)
- Lockere oder zu schwach ausgelegte AC-Anschlüsse (selten)
Ein Wechselrichter darf nur einspeisen, solange die Netzspannung in einem festgelegten Fenster liegt. Der Galvo misst sie ständig. Rutscht sie darüber oder darunter, trennt er sich innerhalb von Sekunden vom Netz und zeigt 101. Sobald die Werte nach einer Prüfzeit wieder passen, schaltet er von selbst zu.
Wichtig: 101 ist eine Schutzfunktion, kein Defekt. Der Galvo tut genau das, was er soll.
- Kurze Netzschwankung (häufig): Schaltvorgänge beim Netzbetreiber, ein anlaufender großer Motor in der Nachbarschaft oder ein Gewitter lassen die Spannung kurz springen. Typisches Zeichen: Der Code taucht vereinzelt auf und verschwindet nach wenigen Minuten.
- Hohe Spannung im Ortsnetz (gelegentlich): In Straßen mit vielen PV-Anlagen steigt die Spannung an sonnigen Mittagen deutlich an. Dein Wechselrichter speist dann ausgerechnet zur besten Erntezeit nicht ein. Das Muster ist sehr regelmäßig: mittags ja, morgens und abends nein.
- Anschluss im Haus (selten): Eine lockere Klemme oder ein langer, dünner Leitungsweg zum Zählerschrank erzeugt beim Einspeisen einen Spannungsabfall. Der Wechselrichter sieht dann eine höhere Spannung als am Hausanschluss.
101 oder 104? Bei 101 stimmt die Höhe der Spannung nicht, bei 104 die Frequenz. Beides meldet der Galvo als Netzfehler, und in beiden Fällen liegt die Ursache fast immer außerhalb des Geräts.
Beim Symo Hybrid gibt es statt 101 getrennte Codes für zu hohe und zu niedrige Spannung, nämlich 102 und 103.
So liest du das Muster. Einzelne Meldungen an verschiedenen Tagen und Uhrzeiten sprechen für zufällige Störungen im Netz. Gleichmäßige Abschaltungen immer zur Mittagszeit bei Sonne sprechen für eine dauerhaft hohe Spannung am Anschlusspunkt. Tritt 101 auch nachts oder bei bedecktem Himmel auf, obwohl kaum eingespeist wird, ist eher die Spannung im Netz generell zu niedrig oder instabil.
Was du selbst prüfen kannst
- Abwarten. Der Galvo prüft das Netz eine Weile und schaltet dann selbst wieder zu. In den meisten Fällen ist die Meldung nach wenigen Minuten weg.
- Andere Geräte beobachten. Flackert das Licht, ist gerade Gewitter oder waren Nachbarn ebenfalls ohne Strom? Dann war es das Netz, nicht dein Wechselrichter.
- Uhrzeiten sammeln. Im Display oder in Solar.web siehst du, wann 101 auftrat. Häuft sich der Code an sonnigen Mittagen, deutet das auf hohe Netzspannung im Ortsnetz hin.
- Zählerschrank ansehen. Nur von außen: Ist die Sicherung des Wechselrichters eingeschaltet, riecht oder verfärbt sich etwas? Klemmen nicht selbst nachziehen.
- Nachbarn fragen. Wer ebenfalls eine PV-Anlage hat, sieht oft dieselben Abschaltungen. Das ist ein starkes Argument gegenüber dem Netzbetreiber.
- Protokoll anlegen. Datum, Uhrzeit, Wetter und Dauer notieren. Mit einer Liste über zwei, drei Wochen kann dein Installateur viel mehr anfangen als mit einem einzelnen Foto.
Finger weg vom Setup. Die Netzgrenzwerte im Gerät sind nach Ländernorm eingestellt. Sie selbst zu ändern ist nicht erlaubt und kann den Netzanschluss gefährden.
Wenn du mit einem Multimeter umgehen kannst, verzichte trotzdem auf eigene Messungen im Zählerschrank. Die Werte am Display und in Solar.web reichen für eine erste Einschätzung völlig aus.
Wann der Fachmann ran muss
Tritt 101 dauerhaft auf, empfiehlt Fronius, den Anlagen-Monteur zu kontaktieren. Das gilt besonders, wenn der Galvo an vielen Tagen stundenweise nicht einspeist.
Der Installateur misst die Spannung am Wechselrichter und am Hausanschluss und prüft die AC-Leitung und die Klemmen. Ist die Leitung zu lang oder zu dünn, kann ein größerer Querschnitt helfen. Liegt die Spannung schon am Hausanschluss zu hoch, ist der Netzbetreiber zuständig. Er kann zum Beispiel den Trafo anders einstellen.
Netzbetreiber einbinden. Eine Beschwerde wirkt nur mit Messwerten. Lass deinen Installateur die Spannung über einige Tage aufzeichnen und reiche das Ergebnis schriftlich ein.
Wie dringend? Gar nicht, solange der Code nur vereinzelt erscheint. Das Gerät schützt sich und das Netz. Handeln solltest du erst, wenn sich die Ausfälle häufen und dein Ertrag spürbar sinkt.
Was der Ausfall kostet. Ein Galvo mit wenigen Kilowatt verliert bei einer kurzen Abschaltung nur Minuten an Ertrag. Rechne grob nach: Fällt er über Wochen jeden Mittag eine Stunde aus, summiert sich das auf einen spürbaren Betrag im Jahr. Genau dann lohnt sich der Aufwand mit Messung und Netzbetreiber.
FAQ
Ist mein Galvo kaputt, wenn Code 101 erscheint?
In aller Regel nicht. Der Code zeigt, dass der Wechselrichter das Netz überwacht und sich vorschriftsmäßig trennt. Kaputt ist meist gar nichts, das Netz war nur kurz außerhalb der Grenzen.
Verliere ich durch Code 101 viel Ertrag?
Bei gelegentlichen, kurzen Abschaltungen kaum. Teuer wird es erst, wenn der Galvo an sonnigen Mittagen immer wieder vom Netz geht. Dann lohnt sich eine Messung durch den Installateur.
Darf ich die Spannungsgrenzen selbst verstellen?
Nein. Die Grenzwerte ergeben sich aus Normen und den Vorgaben deines Netzbetreibers. Änderungen darf nur eine Elektrofachkraft in Absprache mit dem Netzbetreiber vornehmen.
Was ist der Unterschied zwischen 101 und 104?
101 betrifft die Höhe der Netzspannung, 104 die Netzfrequenz. Beide sind Netzfehler, bei denen der Wechselrichter nur schützend reagiert. Frequenzfehler sind in Mitteleuropa deutlich seltener.
Wen rufe ich an, wenn 101 dauernd kommt?
Zuerst deinen Installateur. Er prüft die Anschlüsse und misst die Spannung am Einspeisepunkt. Liegt die Ursache im Ortsnetz, wendet er sich mit den Messwerten an den Netzbetreiber.
Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.