Router gewechselt: Wechselrichter neu ins WLAN bringen

Kurz gesagt

Nach einem Routertausch kennt der Wechselrichter oder sein WLAN-Stick das neue Netz nicht. Er speist aber weiter normal ein, nur die Daten fehlen im Portal. Am schnellsten geht es, wenn du im neuen Router den alten WLAN-Namen und das alte Passwort übernimmst. Sonst verbindest du dich mit dem Hotspot des Geräts oder nutzt WPS und trägst das neue WLAN ein.

Der neue Router läuft, Handy und Fernseher sind wieder online, nur die App der PV-Anlage zeigt seit Tagen keine Daten mehr. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Wechselrichter „offline“ geht. Die gute Nachricht: Die Anlage produziert weiter Strom, nur die Verbindung zum Portal fehlt. Hier erfährst du, wie du sie wiederherstellst.

Warum der Wechselrichter die Verbindung verliert

Der Wechselrichter oder sein Datenlogger hat den Namen (SSID) und das Passwort deines alten WLANs gespeichert. Hat der neue Router einen anderen Namen oder ein anderes Passwort, findet das Gerät kein bekanntes Netz mehr. Gleiches gilt, wenn du nur das WLAN-Passwort geändert oder den Router auf Werkseinstellungen zurückgesetzt hast.

Bei Anlagen mit Netzwerkkabel (LAN) ist ein Routertausch meist unproblematisch, sofern der Wechselrichter die Adresse automatisch per DHCP bezieht. Nur wenn eine feste IP-Adresse eingestellt ist, die nicht zum Adressbereich des neuen Routers passt, bleibt das Gerät offline.

Der einfachste Weg: alten WLAN-Namen übernehmen

Die meisten Router erlauben, WLAN-Name und Passwort frei zu wählen. Trägst du im neuen Router exakt den alten Namen und das alte Passwort ein, verbinden sich Wechselrichter, Smart-Home-Geräte und Drucker von selbst wieder. Achte auf Groß- und Kleinschreibung. Manchmal hilft es zusätzlich, im Router das 2,4-GHz-Band eingeschaltet zu lassen, denn viele Wechselrichter und Datenlogger funken nur auf 2,4 GHz.

So geht es bei den gängigen Herstellern

SMA (Sunny Boy, Sunny Tripower mit WLAN): Der Wechselrichter öffnet ein eigenes WLAN mit dem Namen „SMA“ plus Seriennummer. Das Passwort steht als WPA2-PSK auf dem Typenschild. Alternativ klopfst du laut Betriebsanleitung zweimal direkt hintereinander an den Gehäusedeckel: Dann ist etwa zwei Minuten lang WPS für die Direktverbindung aktiv, die blaue LED blinkt schnell. Verbunden öffnest du im Browser smalogin.net, meldest dich an und trägst unter den Netzwerkeinstellungen das neue WLAN ein. Auch die SMA 360° App verbindet sich per QR-Code am Gerät.

Fronius (GEN24, Symo, Primo): Den Access Point des Wechselrichters öffnest du beim GEN24 durch Berühren des Sensors am Gerät, die Kommunikations-LED blinkt dann blau. Mit der App Fronius Solar.start oder über den Browser verbindest du dich mit diesem Hotspot und startest den Netzwerk-Assistenten. Bei älteren Geräten mit Datamanager-Karte funktioniert es ähnlich über den dortigen Access Point.

Growatt (ShineWiFi-X, ShineWiFi-S): Growatt empfiehlt nach einem Routertausch, den Stick zurückzusetzen und neu zu konfigurieren. In der ShinePhone-App hältst du die Seriennummer des Datenloggers gedrückt und wählst „Datenlogger konfigurieren“. Dann trägst du das neue WLAN ein. Erfolgreich verbunden ist der Stick, wenn nur noch die blaue LED blinkt. Mehr im Ratgeber Growatt ShinePhone.

Andere Hersteller: Das Prinzip ist fast immer gleich. Das Gerät öffnet auf Knopfdruck oder nach einem Neustart einen eigenen Hotspot. Du verbindest dein Handy damit, öffnest die App oder eine Adresse im Browser und trägst das neue WLAN ein. Die genauen Schritte stehen in der Anleitung des Datenloggers.

Wenn es nicht klappt

  • Nur 5 GHz aktiv: Viele Wechselrichter sehen 5-GHz-Netze nicht. Das 2,4-GHz-Band im Router aktivieren.
  • Signal zu schwach: Der Wechselrichter hängt oft im Keller oder in der Garage. Das alte WLAN reichte vielleicht knapp, der neue Router steht anders. Ein Repeater oder ein Mesh-Knoten in der Nähe hilft. Stabiler ist ein LAN-Kabel oder ein Powerline-Adapter.
  • Sonderzeichen im Passwort: Einige ältere Datenlogger kommen mit bestimmten Sonderzeichen oder sehr langen Passwörtern nicht zurecht. Testweise ein einfacheres Passwort wählen.
  • WPA3: Manche Router nutzen standardmäßig nur WPA3. Ältere Geräte brauchen WPA2. Den gemischten Modus WPA2/WPA3 einstellen.
  • Gastnetz oder Geräteisolierung: Im Gastnetz dürfen Geräte oft nicht miteinander kommunizieren. Das Hauptnetz verwenden.
  • Tagsüber einrichten: Viele Wechselrichter werden aus den Modulen versorgt und sind nachts aus. Die Einrichtung klappt dann nur bei Tageslicht.

Klappt es trotzdem nicht, hilft der Ratgeber Wechselrichter offline bei der weiteren Suche. Bleibt der Datenlogger stumm, lies weiter bei Datenlogger tauschen oder neu verbinden.

Beim nächsten Mal vorbeugen

Notiere dir die Zugangsdaten des Wechselrichter-Hotspots, die Seriennummer und die Login-Daten für das Portal an einem sicheren Ort. Übernimm beim nächsten Routertausch den alten WLAN-Namen und das Passwort. Wer die Wahl hat, verbindet den Wechselrichter per Kabel, das ist dauerhaft stabiler als WLAN durch Kellerwände.

Kurz zusammengefasst

Nach einem Routertausch fehlen nur die Daten, die Anlage läuft weiter. Am einfachsten übernimmst du den alten WLAN-Namen und das Passwort im neuen Router. Sonst verbindest du dich mit dem Hotspot oder per WPS mit dem Gerät und trägst das neue WLAN ein, am besten bei Tageslicht und im 2,4-GHz-Band.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.

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