PV-Anlage und Feuerwehr: Was im Brandfall wichtig ist

Kurz gesagt

Die Feuerwehr löscht auch Häuser mit PV-Anlage, sie hält dabei Sicherheitsabstände ein: Mit Wasser im Sprühstrahl mindestens 1 Meter, im Vollstrahl 5 Meter zu spannungsführenden Teilen. Im Brandfall rufst du die 112, sagst, dass eine PV-Anlage auf dem Dach ist, und schaltest nur den Hausanschluss ab, wenn das gefahrlos geht. Ein Hinweisschild am Zählerschrank und ein Übersichtsplan helfen den Einsatzkräften.

Immer wieder kursiert die Behauptung, die Feuerwehr lasse Häuser mit Solaranlage kontrolliert abbrennen. Das stimmt nicht. Richtig ist: PV-Anlagen stellen besondere Anforderungen an den Einsatz, weil die Module bei Licht Spannung liefern und nicht einfach abgeschaltet werden können. Hier erfährst du, wie die Feuerwehr vorgeht und was du selbst tun kannst.

Warum PV-Anlagen für die Feuerwehr besonders sind

Mit dem Abschalten des Hausanschlusses ist in einem normalen Haus der Strom weg. Bei einer PV-Anlage bleibt ein Teil unter Spannung: die Module und die Gleichstromleitungen bis zum Wechselrichter. Solange Licht auf die Module fällt, auch Scheinwerferlicht in der Nacht, erzeugen sie Spannung. Bei typischen Anlagen sind das mehrere hundert Volt Gleichspannung.

Daraus ergeben sich drei Gefahren für Einsatzkräfte: elektrischer Schlag beim Löschen oder Berühren, herabfallende Module und die Brandlast der Kunststoffe.

So geht die Feuerwehr vor

Die Feuerwehren in Deutschland orientieren sich an der DGUV Information „Einsatz an Photovoltaikanlagen“ und an DIN VDE 0132. Danach gilt beim Löschen mit Wasser im Niederspannungsbereich ein Mindestabstand von 1 Meter im Sprühstrahl und 5 Metern im Vollstrahl zu spannungsführenden Teilen. Mit diesen Abständen kann gelöscht werden. Weitere Grundsätze:

  • Gebäudebereiche mit Modulen und Kabeln werden nicht ohne Not betreten, beschädigte Module und Kabel nicht berührt.
  • Es wird von außen gelöscht, wenn möglich.
  • Nach dem Brand bleibt die Anlage gefährlich. Die Feuerwehr sperrt ab und empfiehlt, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen.

Entscheidend für die Einsatzkräfte ist, zu wissen, dass eine PV-Anlage da ist, und wo Wechselrichter und Leitungen verlaufen.

Was du im Brandfall tun solltest

  1. Raus aus dem Haus und 112 wählen. Dein Leben geht vor. Keine Löschversuche an Wechselrichter oder Modulen.
  2. Die PV-Anlage erwähnen. Sag am Telefon und beim Eintreffen, dass eine Solaranlage auf dem Dach ist, und wenn vorhanden auch ein Batteriespeicher.
  3. Abschalten, nur wenn es gefahrlos geht. Wenn der Zählerschrank ohne Gefahr erreichbar ist, den Hauptschalter oder den Schutzschalter der PV-Anlage ausschalten. Dann stellt der Wechselrichter die Einspeisung ein. Nicht in einen verrauchten Raum gehen.
  4. Informationen bereithalten. Wo sitzen Wechselrichter, Speicher und DC-Leitungen? Gibt es einen DC-Freischalter? Das hilft den Einsatzkräften.

Wie du die Anlage in einer Nicht-Brand-Situation sicher abschaltest, erklärt der Ratgeber PV-Anlage sicher abschalten.

Was du vorher tun kannst

  • Hinweisschild: Am Hausanschluss und am Zählerschrank sollte ein Schild auf die PV-Anlage hinweisen. Bei fachgerecht errichteten Anlagen bringt der Installateur es an. Prüfe, ob es noch da und lesbar ist.
  • Übersichtsplan: Ein einfacher Plan mit Lage von Modulen, Leitungsweg, Wechselrichter, Speicher und Freischaltstellen, gut sichtbar im Zählerschrank oder am Hauseingang.
  • Feuerwehrschalter: Ein DC-Trenner direkt hinter dem Dacheintritt schaltet die Leitungen im Haus frei. Er ist in Deutschland nicht generell vorgeschrieben. Manche Bauordnungen, Versicherungen oder Brandschutzkonzepte verlangen ihn bei bestimmten Gebäuden. Sinnvoll kann er sein, wenn die DC-Leitungen weit durch das Haus laufen. Die Module selbst bleiben trotzdem unter Spannung.
  • Anlage in Ordnung halten: Die meisten Brände an PV-Anlagen entstehen durch Installationsfehler, lose Stecker oder beschädigte Kabel. Eine regelmäßige Prüfung reduziert das Risiko. Siehe Wartung der PV-Anlage und MC4-Stecker defekt.
  • Rauchmelder: Auch dort, wo Wechselrichter und Speicher hängen, zum Beispiel im Keller oder in der Garage.

Nach dem Brand

Eine verbrannte oder gelöschte PV-Anlage ist nicht automatisch spannungsfrei. Beschädigte Module können weiter Spannung liefern, Kabel können blank liegen, ein Speicher kann sich später noch erhitzen. Betrete den Bereich erst, wenn die Feuerwehr ihn freigegeben hat, und lass die Anlage vor jedem Wiedereinschalten durch einen Fachbetrieb prüfen. Melde den Schaden sofort der Versicherung und dokumentiere alles mit Fotos.

Kurz zusammengefasst

Die Feuerwehr löscht Häuser mit PV-Anlage, mit Abständen von 1 Meter im Sprühstrahl und 5 Metern im Vollstrahl. Du hilfst am meisten, wenn du beim Notruf die Anlage erwähnst und Schild und Übersichtsplan am Zählerschrank bereithältst. Nach einem Brand darf die Anlage erst nach Prüfung durch einen Fachbetrieb wieder in Betrieb.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Angaben ohne Gewähr.

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