Hoymiles HM-600/700/800 (2-in-1 microinverter) Fehler Grid Overfrequency: Netzüberfrequenz

Kurzantwort

Grid Overfrequency bedeutet beim Hoymiles HM-600/700/800, dass die Netzfrequenz über der zulässigen Grenze lag und der Mikrowechselrichter die Einspeisung gestoppt hat. Meist war das ein kurzes Ereignis im Stromnetz, nach dem das Gerät automatisch wieder startet. Handlungsbedarf besteht nur, wenn die Meldung häufig auftritt.

Ursachen (nach Häufigkeit)

  • Überschuss an Erzeugung im Verbundnetz (gelegentlich)
  • Störung im örtlichen Netz (gelegentlich)
  • Netzprofil passt nicht zum Standort (selten)

Grid Overfrequency ist die Klartextmeldung für Netzüberfrequenz. Im Hoymiles-Handbuch trägt sie die Nummer 144. Der HM-600/700/800 hat eine Frequenz über dem Grenzwert seines Netzprofils gemessen und seine Einspeisung eingestellt.

Die Netzfrequenz zeigt das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch. Liegt sie über 50 Hertz, wird gerade mehr Strom produziert als gebraucht. Die Netzanschlussregeln verlangen, dass Wechselrichter dann ihre Leistung reduzieren und oberhalb einer Schutzgrenze ganz abschalten. So tragen auch kleine Anlagen ihren Teil zur Stabilität bei. Ein einzelnes Balkonkraftwerk fällt dabei kaum ins Gewicht, aber viele tausend kleine Anlagen zusammen durchaus. Deshalb gelten die Regeln für jede Anlage, unabhängig von ihrer Größe.

Für dich als Betreiber heißt das: Die Meldung beschreibt fast immer einen Zustand im Netz, nicht an deinem Gerät. Laut Hoymiles kehrt der Mikrowechselrichter automatisch in den Betrieb zurück, sobald die Frequenz wieder stimmt.

  • Erzeugungsüberschuss (gelegentlich): Fällt ein großer Verbraucher weg oder wird ein Netzteil abgetrennt, steigt die Frequenz kurz an. Typisches Zeichen: Die Meldung ist einmalig und tritt bei vielen Anlagen gleichzeitig auf.
  • Lokale Störung (gelegentlich): Schaltvorgänge oder Fehler im Ortsnetz können die Messung einzelner Geräte kurz beeinflussen.
  • Unpassendes Netzprofil (selten): Stimmen die Grenzwerte nicht mit dem Land oder den Vorgaben des Netzbetreibers überein, schaltet das Gerät zu früh ab. Dann häufen sich die Meldungen an deinem Standort.

Grid Overfrequency oder Grid Underfrequency? Beides sind Frequenzschutzmeldungen. Overfrequency heißt zu viel Erzeugung, Underfrequency zu wenig. Das Vorgehen ist in beiden Fällen gleich.

Auch andere Hoymiles-Mikrowechselrichter wie HMS und HM-300/350/400 kennen diese Meldung.

Was du selbst prüfen kannst

  1. Gelassen bleiben. Eine einzelne Meldung erfordert keine Maßnahme. Das Gerät läuft von selbst wieder an.
  2. Codenummer prüfen. In der Detailansicht des Hoymiles-Monitorings siehst du, ob 144 hinterlegt ist. Tauchen zugleich 146 oder 149 auf, war es eher ein größeres Netzereignis.
  3. Häufigkeit bewerten. Wie oft kommt die Meldung pro Monat? Mehr als ein paar Mal ist ungewöhnlich und einen genaueren Blick wert.
  4. Netzprofil ansehen. Im Monitoring prüfen, ob das eingestellte Profil zu deinem Land passt. Bei Unsicherheit den Händler fragen.
  5. Mit Nachbarn abgleichen. Andere PV-Besitzer in der Umgebung können bestätigen, ob sie zur selben Zeit Abschaltungen hatten.
  6. Notizen machen. Zeiten und begleitende Meldungen aufschreiben. Das spart später Zeit.

Wichtig: Grenzwerte im Monitoring nicht eigenmächtig ändern. Hoymiles setzt dafür die Zustimmung des Netzbetreibers voraus.

Gut zu wissen: Überfrequenz ist eher ein Thema großer Netzereignisse als des Alltags. Wer sie häufig sieht, sollte deshalb zuerst die Einstellungen am eigenen Gerät prüfen lassen, bevor er ein Problem im Netz vermutet. Ein falsches Netzprofil ist schnell korrigiert, ein echtes Netzproblem dagegen ist Sache des Netzbetreibers und braucht mehr Zeit.

Wann der Fachmann ran muss

Kommt Grid Overfrequency häufig, empfiehlt Hoymiles, die Netzfrequenz zu prüfen. Liegt sie außerhalb des zulässigen Bereichs, ist der Netzbetreiber zuständig. Mit seiner Zustimmung kann die Überfrequenzgrenze über das Hoymiles-Monitoring angepasst werden. Das macht dein Händler oder Installateur.

Ist das Netz unauffällig, liegt die Ursache wahrscheinlich im Netzprofil. Der Händler kann es aus der Ferne prüfen und korrigieren.

Hilft auch das nicht, bindet der Händler das Hoymiles-Servicecenter ein. Ein Messfehler im Gerät ist selten, aber möglich.

Netzbetreiber zuerst bei Netzverdacht. Die Prüfung der Netzfrequenz kostet dich in der Regel nichts.

Wie dringend? Keine Gefahr, kaum Ertragsverlust bei einzelnen Meldungen. Bei Häufungen in Ruhe einen Termin mit dem Händler vereinbaren. Halte dafür die Seriennummer des Geräts und eine Liste mit den Zeitpunkten der Meldungen bereit. Dann kann der Händler das Netzprofil gezielt prüfen und dir sagen, ob der Netzbetreiber eingeschaltet werden sollte.

Für ein Balkonkraftwerk, das über einen Schuko- oder Wieland-Stecker angeschlossen ist, ändert sich am Vorgehen nichts. Auch hier kommt das Netzprofil über DTU und Monitoring aufs Gerät.

FAQ

Ist Grid Overfrequency dasselbe wie Code 144?

Ja. Grid Overfrequency ist die Klartextbezeichnung, 144 die Nummer im Hoymiles-Handbuch. Ursachen und Vorgehen sind gleich.

Wie oft kommt Überfrequenz im deutschen Netz vor?

Selten. Das europäische Verbundnetz hält die Frequenz sehr genau bei 50 Hertz. Deutliche Abweichungen nach oben gibt es nur bei größeren Störungen, die meist in Sekunden ausgeregelt sind.

Verliere ich durch die Meldung viel Ertrag?

Meistens nicht. Die Abschaltung dauert in der Regel nur Minuten. Erst bei häufigen Meldungen, etwa wegen eines falschen Netzprofils, wird der Verlust spürbar.

Wer ist bei häufigen Meldungen zuständig?

Für die Frequenz im öffentlichen Netz der Netzbetreiber. Für die Einstellungen am Mikrowechselrichter dein Händler oder Installateur. Eine Anpassung der Grenzwerte gibt es nur mit Zustimmung des Netzbetreibers.

Redaktion PV-Fehler · Stand: · Keine Arbeiten an DC-Leitungen oder im Gerät. Angaben ohne Gewähr.

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