Garantiefall Wechselrichter: So läuft die Abwicklung

Kurz gesagt

Im Garantiefall meldest du den Defekt am besten über deinen Installateur beim Hersteller, mit Seriennummer, Fehlercode, Kaufbeleg und Inbetriebnahmedatum. Der Hersteller liefert je nach Garantiebedingungen ein Tausch- oder Reparaturgerät. Ob Arbeitszeit und Anfahrt übernommen werden, hängt vom Garantiemodell ab. Unabhängig davon haftet dein Installateur zwei Jahre im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.

Der Wechselrichter zeigt einen Hardwarefehler, die Einspeisung steht. Wenn das Gerät noch jung ist, stellt sich sofort die Frage: Wer zahlt? Hier erfährst du, welche Ansprüche du hast, welche Unterlagen du brauchst und wie ein Garantiefall typischerweise abläuft.

Garantie und Gewährleistung: der Unterschied

Gewährleistung ist gesetzlich. Sie gilt gegenüber deinem Vertragspartner, also dem Installateur oder Händler, bei dem du gekauft hast. Für Verbraucher beträgt sie in der Regel zwei Jahre. Wurde die Anlage als Bauwerk fest mit dem Gebäude verbunden errichtet, kann auch eine Frist von fünf Jahren gelten. Das hängt vom Einzelfall und vom Vertrag ab.

Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers. Sie gilt oft deutlich länger, und ihre Bedingungen legt der Hersteller fest. Zwei Beispiele:

  • SMA gewährt eine Werksgarantie von fünf Jahren. Mit einer Produktregistrierung innerhalb einer bestimmten Frist nach der Inbetriebnahme lässt sie sich bei vielen Geräten kostenlos verlängern, gegen Aufpreis auf bis zu 20 Jahre.
  • Fronius gewährt nach den aktuellen Bedingungen (Stand 2026) bei Registrierung im Portal Solar.web für Geräte unter 50 kW insgesamt zehn Jahre: fünf Jahre inklusive Arbeitszeit und Transport, fünf weitere Jahre auf das Material. Registriert werden muss innerhalb von 30 Monaten nach Lieferung.

Die Bedingungen ändern sich immer wieder. Maßgeblich sind die Garantiebedingungen, die zum Zeitpunkt deines Kaufs galten. Das Dokument findest du beim Hersteller oder in deinen Anlagenunterlagen.

Was die Garantie meist abdeckt und was nicht

Abgedeckt sind in der Regel Material- und Herstellungsfehler: ein defektes Leistungsteil, ein ausgefallenes Relais, ein kaputter Lüfter. Nicht abgedeckt sind häufig:

  • Schäden durch Blitz, Überspannung, Wasser oder Tiere,
  • Fehler durch falsche Installation, etwa ein falscher Montageort oder falsch dimensionierte Strings,
  • Eingriffe durch nicht autorisierte Personen,
  • Folgekosten wie der Ertragsausfall während der Reparatur.

Wichtig ist auch, ob Arbeitszeit und Anfahrt enthalten sind. Manche Garantien liefern nur das Ersatzgerät, den Einbau zahlst du selbst. Andere übernehmen eine Pauschale für den Installateur. Das steht in den Bedingungen.

Diese Unterlagen brauchst du

  • Seriennummer und genaue Typbezeichnung vom Typenschild,
  • Rechnung oder Kaufbeleg,
  • Inbetriebnahmedatum, idealerweise das Inbetriebnahmeprotokoll,
  • genauer Fehlercode mit Datum und Uhrzeit, am besten als Foto vom Display oder Export aus dem Ereignisprotokoll,
  • bei verlängerter Garantie: Registrierungsbestätigung oder Garantiezertifikat.

Wie du alte Meldungen findest, erklärt der Ratgeber Fehlerspeicher auslesen.

So läuft die Abwicklung

  1. Fehler dokumentieren. Fotos von Display und Typenschild, Screenshots aus der App.
  2. Installateur informieren. In den meisten Fällen wickelt der Installateur die Garantie mit dem Hersteller ab. Er hat einen direkten Zugang zum Service und kann die Diagnose aus der Ferne oder vor Ort machen.
  3. Diagnose durch den Hersteller. Viele Hersteller greifen per Fernwartung auf das Gerät zu. SMA etwa weist darauf hin, dass dafür der Service-Zugriff aktiviert sein muss. Manchmal lässt sich der Fehler per Update oder Einstellung lösen.
  4. Tausch oder Reparatur. Bestätigt der Hersteller den Defekt, schickt er ein Austausch- oder Reparaturgerät, oder ein Servicepartner kommt zur Reparatur.
  5. Einbau und Inbetriebnahme. Der Installateur baut das neue Gerät ein, spielt die Einstellungen ein und nimmt es in Betrieb. Bei einem Tauschgerät die neue Seriennummer im Portal hinterlegen, damit Monitoring und Garantie weiterlaufen.

Wenn der Installateur nicht mehr erreichbar ist

Viele Hersteller nehmen Garantiefälle auch direkt vom Anlagenbetreiber an, über ein Online-Formular oder die Service-Hotline. Für den Einbau brauchst du dann einen anderen Elektrofachbetrieb. Frag vorher beim Hersteller, ob er einen Servicepartner in deiner Nähe nennen kann.

Tipps, damit die Garantie greift

  • Registrieren: Viele verlängerte Garantien gelten nur nach Registrierung innerhalb einer Frist. Prüfe das direkt nach der Inbetriebnahme.
  • Montageort beachten: Hitze, Nässe und fehlende Belüftung können die Garantie gefährden. Siehe Richtiger Montageort für den Wechselrichter.
  • Nicht selbst öffnen: Wer das Gehäuse öffnet, verliert oft den Garantieanspruch.
  • Unterlagen aufheben: Rechnung und Protokolle digital und auf Papier sichern.

Kurz zusammengefasst

Gewährleistung gibt es vom Installateur, Garantie vom Hersteller. Mit Seriennummer, Kaufbeleg, Inbetriebnahmedatum und dokumentiertem Fehlercode wickelt der Installateur den Fall meist schnell ab. Achte auf Registrierungsfristen und darauf, ob Arbeitszeit und Anfahrt in deiner Garantie enthalten sind.

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